06:55 20 August 2018
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    Raketenkreuzer Ukraina

    Ukrainische Armee verzichtet auf den zu 95 Prozent fertigen Kreuzer „Ukraina“

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    Politik
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    Das ukrainische Verteidigungsministerium verzichtet auf den Raketenkreuzer „Ukraina“, der seit dem Stapellauf mit einem Fertigkeitsgrad von 95 Prozent ein Vierteljahrhundert lang stillliegt. Das geht aus einem Schreiben der Behörde an den staatlichen ukrainischen Rüstungskonzern „Ukroboronprom“ hervor.

    Wegen der veralteten Ausrüstung der „Ukraina“ halte es das Ministerium für unzweckmäßig, das Schiff fertigzubauen, schreibt das Portal lenta.ru.

    „Ukroboronprom“ betont seinerseits, dass das Ministerkabinett schnellstmöglich darüber entscheiden soll, ob die Ukraine den Raketenkreuzer brauche. Der Konzern hat sich bereit erklärt, das Schiff fertigzustellen, wenn die benötigten Geldmittel im staatlichen Rüstungsauftrag für das Jahr 2018 vorgesehen sein werden. Weitere Lösungen wären, das Schiff zu verkaufen oder Finanzmittel für dessen weiteren Aufenthalt am Liegeplatz bereitzustellen. Der Konzern schließt weitere Varianten nicht aus, die die Regierung vorschlagen könnte.

    Die Mitarbeiter des Schiffbauwerkes Nikolajew, an dessen Kai das Schiff liegt, haben es seit dem Jahr 2015 aus eigenen Mitteln  instandgehalten. Der Staat schuldet der Betriebsbelegschaft somit 61 Millionen Griwna (1,8 Millionen Euro).

    Das Schiff hatte nach dem Stapellauf am 11. August 1990 den Namen „Admiral flota Lobow“ geführt. Nach seiner Überführung ins Eigentum der Ukraine im Oktober 1993 erhielt es den Namen „Ukraina“. Im Frühjahr 2017 gab der ukrainische Präsident Petro Poroschenko den Erlass über die Demilitarisierung und den Verkauf des Schiffes heraus. Doch das Schicksal des Schiffes ist bis jetzt nicht entschieden.

    Der Vizeadmiral der Seestreitkräfte der Ukraine, Sergej Gaiduk, warnte am 15. August, dass die ukrainische Flotte in nächster Zeit wegen katastrophaler Unterfinanzierung und des Fehlens einer staatlichen Seepolitik zunichte gemacht werden könne.

    Im Juli wurde berichtet, dass das einzige Schiff, das die Ukraine nach der Wiedervereinigung der Krim mit Russland bekommen habe — die Korvette „Winniza“, aus technischen Gründen nicht in See stechen könne und im Hafen von Odessa liege, wo es repariert werden solle. Die Ukraine besitzt insgesamt elf Kriegsschiffe.

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