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11:56 20 August 2019
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    Ramsan Kadyrow

    Tschetschenien-Chef auf Instagram gesperrt – eigenes Netzwerk bald in Betrieb

    © AP Photo / Musa Sadulayev
    Politik
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    In der russischen Teilrepublik Tschetschenien wird aktuell ein neues soziales Netzwerk getestet, das ab Anfang 2018 zum Download zur Verfügung stehen soll. Dies teilte Republikchef Ramsan Kadyrow in seinem Telegram-Account mit.

    „Das soziale Netzwerk Mylistory, das den transatlantischen bei Weitem in nichts nachsteht, wird gerade getestet. Es wird ab Neujahr in Betrieb sein“, schrieb Kadyrow.

    Sein Instagram-Account, den er bislang aktiv betrieben hatte, wurde unlängst gesperrt. Wie Kadyrow erläuterte, hat er sich deswegen bereits an den technischen Supportservice des sozialen Netzwerkes gewandt, jedoch noch keine Antwort erhalten.

    Ihm zufolge wollte er sowieso schon seit Langem seinen Instagram-Account löschen, hat dies aber nicht getan, weil es „den Freunden und Followern gegenüber peinlich wäre“.

    „Ich habe viel Aufmerksamkeit und Zeit der Unterhaltung mit ihnen gewidmet, Neuigkeiten der Republik und meiner Familie mit ihnen geteilt. Allerdings lohnt es sich überhaupt nicht, sich das zu Herzen zu nehmen“, fügte er hinzu und betonte, dass er seine Kommunikation mit ihnen in den sozialen Netzwerken VKontakte, Twitter und Telegram fortsetzen werde, womöglich ja auch im neuen Netzwerk.

    Wer steckt hinter der Blockade?

    Der tschetschenische Minister für Nationalpolitik, Auswärtiges, Presse und Information, Dschambulat Umarow, erläuterte, dass Kadyrow auf Instagram Opfer eines Cyberangriffs geworden sei.

    Ihm zufolge steckten diejenigen dahinter, „die uns selbst stets Cyberangriffe vorwerfen“. Zweifelsohne sei die Attacke „auf Hinweis vom US-Außenministerium“ erfolgt.

    „Angesichts der jüngsten Ereignisse, die mit dem Wortgeklingel über die ‚Magnitski-Liste‘ verbunden sind, fügt sich alles logisch in den Kanevas dieser Geschehnisse ein“, betonte Umarow.

    Auch der Facebook-Account des Tschetschenien-Chefs soll gesperrt worden sein.

    Am Mittwoch hatte das US-Finanzministerium fünf weitere Bürger Russlands, darunter Kadyrow, auf seine Sanktionsliste gesetzt. In einer Erklärung hieß es, dass ein politischer Gegner des Tschetschenien-Chefs auf dessen Befehl ermorden worden sei.

    Der „Magnitsky Act“ wurde von den USA Ende 2012 mit dem Ziel angenommen, russische Amtsträger zu bestrafen, die aus Sicht der US-Behörden den Tod des Wirtschaftsprüfers des Fonds Hermitage Capital, Sergej Magnitski, in einem Moskauer Gefängnis und damit die Verletzung der Menschenrechte verschuldet haben sollen. Die Liste mit den Namen dieser Amtsträger wird auch als „Magnitski-Liste“ bezeichnet.

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    Tags:
    Cyberangriffe, Unterhaltung, neues soziales Netzwerk, gesperrt, Twitter-Account, Menschenrechte, Magnitsky Act, Magnitski-Liste, US-Außenministerium, Gefängnis, Hermitage Capital Management, US-Finanzministerium, Ministerium für Nationalpolitik, Auswärtiges, Presse und Information Tschetscheniens, Mylistory, Twitter, Facebook, VKontakte, Instagram, Telegram, Sergej Magnitski, Dschambulat Umarow, Ramsan Kadyrow, Transatlantik, Russland, Tschetschenien