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    Krieg im Nahen Osten (Symbolbild)

    „Nahost tritt in die Ära Russlands ein“ – syrische Zeitung

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    Im Nahen Osten sind die Amerikaner derzeit nicht beliebt, weil ihre Politik die Region in einen Herd von Gewalt und Unruhen verwandelt hat, schreibt die syrische Zeitung „Al Watan“. Moskau hingegen erzielte in den letzten Jahren große Erfolge, was seinen Einfluss gestärkt hat. Und nun „ist der Nahe Osten in die Ära Russlands eingetreten“.

    Aus der amerikanischen Sicht sollte das Konzept vom „Neuen Nahost“ die Probleme, die schon seit einigen Jahrzehnten bestehen, beseitigen und das Zusammenwachsen von vielfältigen ethnischen, religiösen und kulturellen Komponenten in der Region beschleunigen, um „ein neues Bewusstsein und eine neue Kultur“ zu schaffen, schreibt die Zeitung.

    Als im Nahen Osten der „Arabische Frühling“ angebrochen sei, habe Washington einen idealen Vorwand für die Umsetzung seiner Vision des „Neuen Nahosts“ gefunden.

    „Die Amerikaner haben die Entscheidung getroffen, sich mit dem politischen Islam, der durch die Internationale Union Muslimischer Gelehrter vertreten war, zu verbünden. Im Laufe eines Jahres waren die von den Amerikanern unterstützten „Muslimbrüder“ im Aufwind und kamen in Tunis und Kairo an die Macht, was aber ihnen in Damaskus und Tripolis nicht gelang“.

    Nach dem Mord am amerikanischen Botschafter in Bengasi im September 2011 wurde das Bündnis aufgelöst. Wegen der so schnell verschwundenen amerikanischen Unterstützung hätten die „Muslimbrüder“ ihre Macht in Tunis und Kairo verloren und ihr Einfluss auf die syrische Opposition sei begrenzt worden. Das habe aber keine grundlegenden Veränderungen in der Tätigkeit der „Muslimbrüder“ verursacht, heißt es im Artikel.

    Das Konzept vom „Neuen Nahost“ setzte auf Tendenzen von Toleranz statt Gewalt, was der Weltanschauung der „Muslimbrüder“ komplett widersprach. Gleichzeitig förderten die USA das Aufblühen des „politischen Islams“, was das Entstehen dutzender Organisationen und Parteien, darunter auch einige radikale und terroristische, mit sich brachte.

    Die radikal gestimmten Muslime hätten angefangen, zu „fundamentalen Veränderungen“ aufzurufen, bis zu der Idee, dass „der Westen bestraft werden soll“ und das hätte schmerzliche Konsequenzen für die Region gehabt. Als Folge wäre Washington gezwungen, die „Anti-Terror-Koalition“ zu gründen, die darauf gerichtet wäre, den „aufständischen Verbündeten“ zu zügeln und ihn auf den „rechten Weg“ zu bringen.

    Moskau hat in den vergangenen Jahren im Nahen Osten trotz schweren Umständen große Leistungen vollgebracht, sowohl auf dem Kampffeld als auch in der Politik.

    Russland übernahm die Rolle des Schöpfers eines neuen Nahen Ostens, indem es im Zentrum der Region einen wichtigen historischen Moment ausnutzt: Die Amerikaner sind nicht im Stande, das zu verhindern und haben keine Mittel, um Erfolg zu erzielen.“

    Ankara zweifle jetzt an seinem traditionellen Verbündeten und frage sich nach den „wahren Absichten“ der Amerikaner, nachdem Washington begonnen habe, den Kurden zu helfen. Der Iran sei auf der Suche nach einem einflussreichen Verbündeten auf der Weltbühne, um sich gegen westliche Angriffe zu wehren. Ägypten sei mit den Amerikanern unzufrieden, weil sie frühere Versprechungen von Barack Obama nicht erfüllt hätten, erläutert der Artikel.

    Die Amerikaner hätten in erster Linie ihre wirtschaftlichen Interessen der Öl- sowie der Militärindustrie verfolgt, Russland wisse aber genau, was es im Nahen Osten wolle, und seine wirtschaftlichen Interessen würden dabei eine untergeordnete Rolle spielen.

    Russland habe einen „qualitativen Durchbruch“ zustande gebracht, als es die Deals mit der Türkei und dem Iran über die Lieferung von S-400 Raketen-Systemen und mit Ägypten über den gemeinsamen Bau eines Kernkraftwerks geschlossen habe. Das gebe Anlass zu sagen, dass ein „Dreieck der regionalen Macht“ gebildet worden sei, dessen Spitze sich immer noch in Damaskus befinde, konstatiert die Zeitung.

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    Tags:
    Terror, Interessen, Bündnis, Konzept, Arabischer Frühling, Muslimbrüder, Barack Obama, Ägypten, Bengasi, Tunis, Tripolis, Kairo, Damaskus, Iran, Türkei, USA, Russland, Nahost