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07:04 19 Oktober 2019
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    Russischer Soldat in Syrien (Archiv)

    Syrien-Rückblick: Wie und warum Russlands Militär seine Vorgehensweise änderte

    © Sputnik / Russlands Verteidigungsministerium
    Politik
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    Die Struktur der russischen Militäroperation in Syrien war nicht immer gleich. Im Einsatz waren nicht nur Kampfflieger, sondern auch Pioniere, Stabsoffiziere, Ausbilder. Die Zeitung „Iswestija“ bietet einen Rückblick an.

    Wie Analyst Konstantin Bogdanow in der Onlineausgabe die Zeitung schreibt, hatte sich Russland in der ersten Phase seines 2015 gestarteten Syrien-Einsatzes auf die Luftunterstützung für die syrischen Regierungstruppen beschränkt und keine breitere Involvierung gewollt.

    „Die Idee eines kontaktlosen Einsatzes beherrschte die Gemüter, die Geschehnisse wurden durch die Befürchtungen vor einem neuen Afghanistan begleitet. Die Kampfkraft der syrischen Truppen und deren Fähigkeit zu selbständigen Aktivitäten bei einer Luftunterstützung von Hmeimim aus wurden damals ziemlich hoch eingeschätzt“, heißt es im Kommentar. 

    „In der Praxis stellte es sich jedoch heraus, dass sich die syrische Regierungsarmee in einem viel schlechteren Zustand befindet als man vermutete. Eigentlich existierte sie nicht als einheitliche Kraft, ihr Organisationsstand bei Kampfhandlungen war niedrig. Die syrischen Militärs wiesen eine schlechte Koordination zwischen Truppengattungen auf. Riesige Probleme waren insbesondere bei der Organisierung von Feuer- und Luftunterstützung während der Offensiven zu beobachten, aber auch beim Zusammenwirken zwischen Panzern und Infanterieeinheiten“, so Bogdanow.

    „In der Defensive verspätete sich die Reaktion auf die Aktivitäten des Gegners unzulässig, was den IS-Kämpfern ermöglichte, schnelle Vorstöße erfolgreich zu absolvieren und maßgeblich wichtige Orte auf dem Territorium zu erobern, das bereits unter Regierungskotrolle zu stehen schien“, so Bogdanow weiter.

    Es sei dabei völlig falsch, die IS-Miliz als unorganisierte Menge bewaffneter Fanatiker zu betrachten. Ihre ursprünglichen Erfolge habe sie insbesondere gut ausgebildeten Offizieren der einstigen Saddam-Armee zu verdanken, hieß es.

    All dies habe mehr gemeinsame Maßnahmen russischer und syrischer Militärs veranlasst: „Unter anderem wurden die Aktivitäten russischer Militärberater deutlich ausgeweitet. Von der individuellen Kampfausbildung syrischer Soldaten überging Russland zur Kampfausbildung einzelner Militäreinheiten und Verbände.“

    Russische Stabsoffiziere begannen laut Bogdanow, den Syrern in Sachen Planung und Leitung bei der Offensive zu helfen – sowohl im syrischen Generalstab als auch unmittelbar in der Truppe.

    „Eine bedeutende Rolle spielten russische Militärs auch bei der Ausbildung der syrischen Pioniertruppen. Es gelang, Fortschritte bei der Einrichtung von Stellungen zu erzielen. Außerdem bauten die russischen Pioniere im September 2017 eine Schellbrücke über den Euphrat“, schreibt Bogdanow.

    „In Kombination mit aktiven Luftangriffen sowie mit der entgegenkommenden Offensive jener (meistens kurdischen) Gruppen, die von der US-geführten Koalition unterstützt wurden, ermöglichte all dies, eine Kriegswende im Osten Syriens zu erzielen und die IS-Miliz als organisierte militärische Kraft, die im Nahen Osten wesentliche Gebiete kontrollierte, praktisch zu liquidieren“, heißt es im Kommentar zum Schluss.

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    Tags:
    Analyse, Strategie, Russlands Streitkräfte, Russland, Syrien