03:17 18 Juli 2018
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    Massenproteste im Iran (Archiv)

    Zehn Tote im Iran – Washington begrüßt die Proteste

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    Politik
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    Im Iran haben bei Protesten gegen die wirtschaftliche Lage und die Regierung bereits zehn Menschen den Tod gefunden, während das Weiße Haus eine weltweite Unterstützung der Unruhen fordert und Solidarität mit den Demonstranten zeigt. Die Lage droht zu eskalieren.

    ​Seit Donnerstag finden im Iran regierungskritische Proteste statt. Nach Angaben der Behörden sollen zum heutigen Zeitpunkt bei den landesweiten Demonstrationen bereits zehn Menschen ums Leben gekommen sein.

    ​So seien in der Kleinstadt Iseh zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden, berichtete ein lokaler Politiker am Montag gegenüber der Agentur Ilna. Dabei sei bis auf Weiteres unklar, wie die Menschen gestorben seien – laut offiziellen Angaben sollen die Sicherheitsdienste bislang kein Feuer auf Demonstranten eröffnet haben.

    „Ich weiß immer noch nicht, wer gestern geschossen hatte —  die Demonstranten oder Beamten. Diese Frage wird geklärt“, so der Politiker.

    ​Zuvor hatte Washington sich auf die Seite der Demonstranten gestellt:

    “Wir unterstützen das Recht des iranischen Volkes, sich friedlich zu äußern. Ihre Stimmen verdienen es, gehört zu werden", sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, in einer offiziellen Erklärung in der Nacht auf Sonntag. "Wir rufen alle Seiten dazu auf, dieses Grundrecht auf friedliche Meinungsäußerung zu schützen und jegliche Handlungen zu vermeiden, die zu einer Zensur beitragen würden.“

    ​In einer ersten Reaktion auf die Proteste hat Staatschef Hassan Ruhani die Demonstranten vor Gewaltanwendung gewarnt, zugleich aber von einem „Raum für Kritik“ gesprochen. Ein solcher Raum müsse geschaffen werden, dies sei das Recht des Volkes, sagte er am Sonntag.

    „Die Menschen sind absolut frei, ihre Kritik zu äußern und sogar zu protestieren“, hob der Staatschef hervor. Kritik sei aber etwas anderes als Gewalt und die Zerstörung von öffentlichen Gütern.

     

    Tags:
    Proteste, Demokratie, Donald Trump, Hassan Rohani, Iran, USA
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