14:59 19 Februar 2018
SNA Radio
    Proteste in Iran, Teheran, 30. Dezember 2017

    Proteste im Iran: Russischer Abgeordneter verweist auf „äußeren Faktor“

    © REUTERS/
    Politik
    Zum Kurzlink
    3018810

    Die Proteste im Iran sind laut Konstantin Kossatschow, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des russischen Föderationsrates, durch innere politische Vorgänge hervorgerufen worden. Einen „äußeren Einfluss“ gebe es aber auch.

    „Die Protestwelle in der Zeit vor dem Neuen Jahr ist natürlich ein Kennzeichen bestimmter innenpolitischer Vorgänge im Land“, sagte der Politiker.

    Der Anstoß könnten einige wirtschaftliche Faktoren gewesen sein, darunter der Preis für Eier. Er sei innerhalb einer Woche „fast um das Doppelte“ gestiegen.

    Kossatschow betonte jedoch, dass die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen im Iran gar nicht die Schlimmsten in der Region seien. Das BIP pro Einwohner sei beispielweise um das 1,5-fache höher als in Ägypten und zweimal höher als in der Ukraine. Die Arbeitslosigkeit sei niedriger als in der Türkei.

    Die Proteste haben schnell eine politische Färbung bekommen. In einigen Städten seinen Losungen wie „Lasst Syrien, denkt an uns selbst!“ skandiert worden. Das seien „konkrete Angriffe auf Teherans Außenpolitik“.

    „Dort kann man meiner Meinung nach auch einen äußeren Einfluss vermuten. Ich würde Washington keinen sehr starken Einfluss auf die iranischen Prozesse zuschreiben: Es ist jetzt nicht in der passenden Lage. Der Iran ist außerdem nicht dermaßen offen, um von außen beeinflusst zu werden“, so der Abgeordnete.

    Mehr zum Thema: USA und Israel treffen Geheimabkommen zu Iran — Medien

    Die USA würden sich dennoch über jeden Anlass freuen, den Iran von innen heraus zu destabilisieren. Kossatschow bezeichnet Washingtons Reaktion als „Tipps“ für Protestteilnehmer: „Sagt, was nötig ist, dann bekommt ihr garantiert eine äußere Unterstützung“.   

    „Es gibt einen äußeren Faktor in den iranischen Protesten, er dominiert aber noch nicht. Ich denke, die Protestwelle flaut bald ab, es wird keine Revolution ausbrechen, eine ‚Schau der Kräfte‘ hat dennoch stattgefunden. Teheran muss aufpassen und sich dessen bewusst sein, dass sehr einflussreiche Weltkräfte daran interessiert sind, dass dem ‚arabischen Frühling‘ ein ‚persischer‘ folgt“, schloss der Politiker.

    Seit Donnerstag finden im Iran regierungskritische Proteste statt. Nach den jüngsten Angaben der Behörden sollen bisher bei den landesweiten Demonstrationen bereits zehn Menschen ums Leben gekommen sein.

    Zum Thema:

    An israelischer Grenze entflammt neuer Kriegsherd im Syrien-Konflikt
    Schock-Botschaft Erdogans: „Frieden wird es in Syrien nicht geben“
    Warum die Strategie der „Roten Gefahr“ Washington in geopolitische Sackgasse führt
    Israel schickt „Raketenbotschaft“ an Putin
    Tags:
    BIP, Demonstration, Proteste, Russlands Föderationsrat (Oberhaus), Konstantin Kossatschjow, Konstantin Kossatschow, USA, Iran
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren