10:38 18 Juni 2019
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    An der demilitarisierten Zone zwischen Süd- und Nordkorea

    Entspannung zwischen Nord- und Südkorea – USA werden nervös

    © REUTERS / Kim Hong-Ji
    Politik
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    Auf der koreanischen Halbinsel deuten sich positive Anzeichen einer Entspannung an. Zum ersten Mal seit 2015 haben Vertreter von Nord- und Südkorea wieder direkte Telefongespräche geführt. Sichtbar nervös auf die Deeskalationsschritte reagierten ausgerechnet die USA.

    Das Telefongespräch zwischen den beiden koreanischen Staaten in dem symbolischen Friedensdorf Panmunjeom an der Demarkationslinie am 3. Januar hat nur 20 Minuten gedauert, könnte jedoch auf einen großen Schritt zu einer umfangreichen Entspannung in der Region hindeuten.

    Wie das südkoreanische Vereinigungsministerium am Mittwoch mitteilte, soll es zunächst nur um technische Details weiterer direkter Gespräche gegangen sein, dennoch zeige dieser Schritt, dass beide koreanischen Regierungen zu einer Deeskalation bereit seien.

    Bereits am 9. Januar sollen auf Vorschlag aus Seoul Gespräche auf hoher Ebene geführt werden, bei denen möglicherweise der Weg aus der militärisch angeheizten Situation besprochen werden wird.

    Wie das russische Nachrichtenportal „Wsgljad“ schreibt, ist ausgerechnet der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un der Initiator der neuerlichen Entspannung gewesen – also der Mann, den US-Präsident Donald Trump als den Hauptverantwortlichen für die Eskalation auf der koreanischen Halbinsel sieht.

    Bereits bei seiner Neujahresansprache gab Kim Jong-un zu verstehen, dass die Olympischen Winterspiele in Südkorea in diesem Jahr zu einem guten Anlass für die Verbesserung der gegenseitigen Beziehungen werden könnten und erklärte, dass Nordkorea auch eine Delegation zu den Spielen in Pyeongchang schicken könnte.

    „Wir hoffen, dass die Winterspiele ein Erfolg werden“, sagte der nordkoreanische Staatschef.

    Er betonte, dass Nordkorea hierzu den notwendigen Beitrag leisten wolle sowie dass die militärischen Spannungen möglichst reduziert werden sollten, um ein „friedliches Umfeld“ für die Spiele vorzubereiten.

    Südkorea zeigte sich völlig offen für jegliche Entspannungsoptionen und Gespräche. Seoul sei ungeachtet des Zeitpunkts, Orts oder Formats zu Gesprächen bereit, hieß es aus dem Büro des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae.

    Nervosität aus Übersee

    Ausgerechnet die Vereinigten Staaten, die sich gerne als Garant für die Stabilität in der pazifischen Region sehen, zeigten sich dagegen sichtbar nervös über die neuerliche Entspannung zwischen Pjöngjang und Seoul.

    So erklärte Heather Nauert, die Sprecherin des United States Department of State, schon drei Stunden vor dem Telefongespräch, dass die nordkoreanische Entspannungsinitiative nur einen Keil zwischen den USA und Südkorea treiben wolle, aber Washington dies nicht zulassen würde.

    Zwar gab sie zu, dass es eine südkoreanische Angelegenheit und „ihre eigene Wahl“ sei, ob Seoul mit Pjöngjang verhandeln wolle, jedoch brachte sie auch ihr Misstrauen demgegenüber zum Ausdruck.

    Es sei „normal“, dass Seoul und Pjöngjang verhandeln wollten, jedoch würden die USA nicht glauben, dass „Kim Jong-un ehrlich ist und man ihm trauen kann“.

    Im letzten Jahr ist die Situation rund um die koreanische Halbinsel massiv eskaliert. Die USA und Nordkorea beschuldigten sich gegenseitig der Aggression und stärkten gleichzeitig ihre eigenen militärischen Potentiale: Pjöngjang durch das Ausbauen seines Atom- und Raketenprogramms, die USA durch zahlreiche Militärmanöver in der Nähe Nordkoreas.

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    Tags:
    Entspannung, Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang, Kim Jong Un, USA, Pyeongchang, Pjöngjang, Südkorea, Nordkorea