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21:46 20 Oktober 2019
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    Proteste im Iran

    Iran am Scheideweg – Wiederholung von Syrien-Szenario befürchtet

    © AP Photo / Ebrahim Noroozi
    Politik
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    Die Unruhen im Iran dauern nun schon seit mehr als einer Woche an, aber viele Bürger der Islamischen Republik beeilen sich der US-Zeitung „The Wall Street Journal“ zufolge nicht damit, die Antiregierungsbewegung zu unterstützen.

    Nach Angaben des Blattes sind die Vertreter der iranischen Mittelschicht der Meinung, dass die Proteste in einen Bürgerkrieg ausarten könnten, wie das in Syrien und anderen Ländern der Fall gewesen sei, die mit den Folgen des „arabischen Frühlings“ konfrontiert wurden.

    Laut der Zeitung bedeuten diese Proteste eine Herausforderung nicht nur für das iranische Regime allein, sondern auch für alle Weltmächte, die  versuchten, eine geeignete diplomatische Antwort für die „ruhelose Region“ zu finden.

    Die Massenprotestwelle, die die meisten Groß- und Kleinstädte des Landes erfasst habe, ähnle dem „arabischen Frühling“, der 2011 in mehreren Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas „autoritäre Regimes zum Sturz gebracht“ habe, so die Zeitung.

    Diplomaten, Experten und die Mittelschicht des Iran seien der Auffassung, dass das Land sich am Scheideweg befinde. Es könne den Weg Tunesiens einschlagen und sich zu einer relativ gedeihenden und stabilen Demokratie entwickeln, aber auch den Weg Syriens gehen und in einen Bürgerkrieg stürzen und zum Unterschlupf für verschiedene Terrororganisationen werden.

    Die US-Administration unterstütze die Proteste und trete für politische Veränderungen im Iran ein, während andere Länder, darunter Russland, eine vorsichtigere Position verträten und vor möglichen unerwünschten Folgen warnen würden, so die Zeitung.

    Die US-amerikanische Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, hat in der jüngsten Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates dessen Mitglieder aufgerufen, „die Stimmen der Iraner zu verstärken, die nach Freiheit streben“. Dabei schlugen viele Diplomaten, darunter auch Verbündete Washingtons, vor, Zurückhaltung zu üben und die Proteste nicht offen zu begrüßen.

    Die europäischen Ratsmitglieder – Großbritannien, Frankreich, Schweden und die Niederlande – haben zu einem friedlichen Dialog zwischen der Opposition und der Regierung des Iran aufgerufen.

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