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23:10 20 September 2019
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    Die Flaggen Pakistans und der USA

    Pakistan reagiert auf Finanzierungsstopp der USA – wie geht es nun weiter?

    © AFP 2019 / MARK RALSTON
    Politik
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    Pakistan hat die Entscheidung der USA kritisiert, die für die Islamische Republik bestimmte Hilfe zur Bekämpfung des Terrorismus auszusetzen. Außenminister Khawaja Asif sagte in einem Fernsehinterview: „Was die USA getan haben, ist nicht die Art, wie sich Verbündete benehmen sollen.“

    Indes sehen Experten in der Abkühlung der Beziehungen zwischen den USA und Pakistan ein Potential für die Wucherung des Afghanistan-Konflikts.

    Zur Begründung des Beschlusses der US-Führung sagte die amtliche Sprecherin des State Department, Heather Nauert, der Grund für so harte Handlungen sei die fortgesetzte Unterstützung der Taliban durch die pakistanischen Geheimdienste.

    „Solange die pakistanische Regierung keine entschiedenen Handlungen gegen die Gruppierungen, darunter die afghanische Bewegung Taliban und das Hakkani-Netzwerk, unternimmt, die unserer Meinung nach die Region destabilisieren und gegen das US-Personal vorgehen, bleibt die Unterstützung für Pakistan im Sicherheitsbereich weiter ausgesetzt“, so Nauert.

    Wie das Pentagon präzisierte, hat Washington die Bereitstellung von mindestens 900 Millionen Dollar für Islamabad zur Durchführung von Anti-Terror-Operationen gesperrt. Laut Pentagon-Sprecher Patrick Evans fallen zwei finanzielle Unterstützungslinien – der Fonds für Unterstützung der US-geführten Anti-Terror-Koalition und die Finanzlinie des US-Außenministeriums – unter die Restriktionen.

    Darüber hinaus wollen die USA 255 Millionen Dollar zurückbehalten, die noch im Jahr 2016 als ausländische Militärhilfe für Pakistan gedacht waren.

    Pakistanische Offizielle haben in einem Gespräch mit der „New York Times“ sowohl Wut als auch Vorsicht in Bezug auf die US-Sanktionen geäußert. Manche von ihnen gaben zu verstehen, dass die pakistanische Führung die Schließung mehrerer Landrouten für die US-Lieferungen nach Afghanistan erwäge. Ein Kommandeur der pakistanischen Luftwaffe schloss nicht aus, dass der Luftraum Pakistans für US-amerikanische Luftfahrzeuge, darunter Drohnen, gesperrt werden könne.

    Der pakistanische Oppositionsführer Imran Khan hat indes dazu aufgerufen, die diplomatischen Beziehungen zu den USA einzuschränken.

    „Wir müssen das überflüssige diplomatische, nicht-diplomatische und Geheimdienst-Personal der USA loswerden, damit eine diplomatische Parität entsprechend den Völkerrechtsnormen entsteht“, so Imran Khan. Er rief auch dazu auf, die Land- und Luftrouten für die US-Truppen zu schließen.

    Nach Meinung des Ex-Innenministers Afghanistans und ehemaligen Botschafters in Pakistan, Mohammad Omar Daudzai, sei es allzu spät, Islamabad unter Druck zu setzen, wie Washington es jetzt tue. Die Islamische Republik habe längst regionale Verbündete gefunden, die ihr helfen könnten, die finanziellen Verluste auszugleichen.

    Nach Einschätzung westlicher Analytiker könne Pakistan seine Hilfe für die Taliban noch aufstocken: Als Folge könne sich der bewaffnete Konflikt in Afghanistan zuspitzen.

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    Tags:
    Unterstützung, Hilfe, US-Außenministerium, Heather Nauert, Imran Khan, Khawaja Muhammad Asif, Pakistan, USA