15:49 17 Juli 2018
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    Flüchtlinge in Passau

    Folgen dänischer Asylpolitik: Deutlich mehr Migranten kommen illegal nach Deutschland

    © AFP 2018 / Armin Weigel
    Politik
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    Die strengere Asylpolitik in Skandinavien hat laut der „Welt am Sonntag“ im Jahr 2017 zu einem spürbaren Anstieg bei illegalen Einreisen nach Deutschland geführt. Vor allem Afghanen, Iraker und Syrer kamen dem Blatt zufolge über die Grenze, um Asyl zu suchen. Längst nicht alle Einreisen würden registriert.

    Die Zeitung bezieht sich auf die Antwort auf eine Anfrage des Bundesinnenministeriums. Die Zahl der unerlaubten Einreisen aus Dänemark sowie auf dem Seeweg von Skandinavien nach Deutschland stieg demnach im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent.

    Insgesamt soll die Bundespolizei zwischen Januar und Oktober des vergangenen Jahres 2269 illegale Einreisen aus Finnland, Norwegen, Schweden und Dänemark registriert haben. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum des Jahres 2016 seien lediglich 1674 illegale Migranten aus Skandinavien eingereist.

    Bei den illegalen Zuwanderern handle es sich vorwiegend um Afghanen, Iraker und Syrer. Ihre Asylanträge sollen laut dem Innenministerium in Skandinavien abgelehnt worden sein.

    Tatsächlich dürfte aber die Zahl der illegal eingereisten Personen noch höher sein. Viele Migranten reisen laut der „Welt“ ein, ohne von der Bundespolizei aufgegriffen zu werden. Sie würden in der Statistik erst dann auftauchen, wenn sie sich bei einer Behörde als Asylsuchende melden.

    Die Einreisen aus der Schweiz oder aus Österreich seien hingegen zurückgegangen. Bis einschließlich November seien in Bayern und Baden-Württemberg 19.600 solcher Einreisen gezählt worden. Im Vorjahreszeitraum waren es noch ganze 74.000.

    Flüchtling an der griechisch-mazedonischen Grenze
    © AFP 2018 / DIMITAR DILKOFF
    Das dänische Ministerium für Migration hatte zuvor mitgeteilt, 2017 sei die Zahl der Asylanträge in Dänemark auf ein Rekordtief seit neun Jahren gesunken und liege bei 3500. Der Höhepunkt sei im Jahr 2015 registriert worden, als das Land etwa 21.316 Flüchtlinge aufgenommen hatte.

    Doch nach 2015 entschied sich die dänische Regierung für eine Verschärfung der Flüchtlingspolitik und beschloss insgesamt 67 verschiedene Maßnahmen zur Drosselung des Migrantenzustroms. Eine dieser Maßnahmen war die Einführung von zeitweiligen Grenzkontrollen im Januar 2016. Sie wurden seitdem mehrmals verlängert und gelten derzeit bis Mai 2018.

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    Tags:
    Flüchtlinge, Einreise, Migranten, Dänemark, Deutschland
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