04:46 01 Dezember 2020
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    Die Online-Zeitung Wired hat Überlegungen angestellt, was sein würde, wenn Russland die durch die Ozeane verlegten Internet-Tiefseekabel attackiert. Der Artikel erschien angesichts der Erklärung der Nato-Führung, in der sie wegen der Aktivitäten russischer U-Boote ihre Besorgnis um die Sicherheit der unterseeischen Kommunikationskabel äußerte.

    Ranghohe Vertreter der US-Marine würden seit Jahren vor katastrophalen Folgen warnen, die eine mögliche Attacke russischer Schiffe auf die Internet-Kabel haben könnte, heißt es in dem Artikel. Ihnen hätten auch die britischen Kollegen zugestimmt, die überzeugt seien, dass ein solcher Angriff das Land in ein finanzielles Fiasko stürzen könne.

    Wie die Ausgabe anmerkt, plane die Nato, ihren Befehlsstand aus der Epoche des Kalten Krieges wiederherzustellen, unter anderem zum Schutz der verlegten Tiefseekabel vor feindseligen Handlungen Moskaus.

    Experten sollen laut dem Artikel jedoch der Meinung sein, dass die westlichen Militärs die Gefahr stark übertreiben. Denn immer wieder nehme eines der 428 unterseeischen Kabel Schaden – zumeist durch Erdbeben oder Schiffe und deren Anker. Die Internet-Nutzer würden das in den meisten Fällen gar nicht merken, da der Datenstrom in einem solchen Fall automatisch über eine andere Linie fließen würde. Zudem würden in Europa, den USA, in Ostasien und anderen Regionen auf einer Route gewöhnlich gleich mehrere Kabel verlegt.

    Sollten russische U-Boote mehrere Kabel im Atlantik durchtrennen, würde dies das Funktionieren des Internets nicht stark stören, stellt Wired fest. Und selbst, wenn alle Kabel im Atlantik durchtrennt würden, könnte der Internet-Datenstrom über die im Pazifik verlegten Kabel umgeleitet werden.

    Und sollte es Russland auf eine unwahrscheinliche Weise gelingen, die USA völlig vom Internet abzuschneiden, so könnten die Amerikaner laut der Online-Zeitung ihr Überlandnetz für die Kommunikation innerhalb des Landes nutzen.

    Russische Experten hatten zuvor die Erklärungen über angebliche Absichten Russlands, die Kabel im Atlantik zu kappen, als reinste Fantasie bezeichnet. So erklärte zum Beispiel der Militärexperte Viktor Murachowski, Moskau verfüge zwar über die theoretische Möglichkeit, die über den Ozeangrund des Atlantiks verlegten Tiefseekabel zu beschädigen, doch die geäußerten Erklärungen, dass es beabsichtige, dies zu tun, seien eine Frucht der Fantasie des Generalstabs der britischen Streitkräfte.

    Wie der Pressesprecher der russischen Botschaft in Großbritannien betonte, seien die Äußerungen britischer Militärs über eine angebliche Gefahr für die Tiefseekabel vonseiten Moskaus lediglich ein Versuch, eine Erhöhung des Verteidigungsetats zu erwirken.

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    Tags:
    Kabel, Internet, Russland