08:43 25 September 2018
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    Abrüstung im Rahmen des INF-Vertrags (Archiv)

    Verhältnis Russland-USA immer angespannter: WP fürchtet Rückfall in Wettrüsten

    © Sputnik / Juri Kujdin
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    30 Jahre nach der Unterzeichnung des Vertrages über die Vernichtung von Raketen mittlerer und geringer Reichweite (INF-Vertrag) durch die USA und die Sowjetunion kann wieder ein Wettrüsten beginnen, wie die Redaktionsleitung der Zeitung „The Washington Post“ in einem Beitrag schreibt.

    Vernichtung der ballistischen Mittelstreckenraketen vom Typ RSD-10 Pioner im Rahmen des INF-Vertrages auf den Militärgelände Kapustin Jar. 12. Mai 1991
    © Sputnik / Vladimir Pervenzev
    Es dürfe nicht zugelassen werden, dass „die gegenseitigen Anschuldigungen“ und „die gereizte Atmosphäre“ Moskau und Washington zu einer Verletzung des Vertrages bringen würden, unterstreicht das Blatt.

    Dank des im Jahr 1987 unterzeichneten INF-Vertrages sei das Wettrüsten zwischen der UdSSR und den USA gestoppt worden. „Das war eine von Hoffnungen erfüllte Zeit, wo sich die beiden Supermächte dem Abkommen anvertrauten, um die Bedrohung eines Nuklearkrieges abzubauen“, heißt es.

    Die Zeitung äußert Besorgnis darüber, dass dieses Vertrauen heute allmählich zerstört werde. Die USA und Russland würden, wie es scheine, zum Wettrüsten zurückkehren, so die Zeitung. Sie erinnert daran, dass mit dem Vertrag bodengestützte Marschflugkörper mit Reichweiten von 310 bis 3420 Meilen (500 bis 5500 Kilometer) in Europa vernichtet, Tests und die Produktion neuer Raketen verboten und tiefgreifende Kontrollmaßnahmen eingeführt wurden.

    Wie ferner aus dem Artikel hervorgeht, hat das US-Außenministerium 2014 und in den nachfolgenden Jahren dem Kongress berichtet, dass Russland einen Marschflugkörper mit einer Reichweite entwickelt und getestet habe, die gegen die Vertragsbedingungen verstoße. Es handele sich um die Rakete 9M729, die angeblich in Dienst gestellt worden sei. Russland habe diese Information dementiert, so die Zeitung.

    Moskau habe seinerseits erklärt, dass das US-Raketenabwehrsystem „Aegis“ gegen den INF-Vertrag verstoßen könne. Diese Anschuldigung sei wiederum von den USA zurückgewiesen worden.

    Trumps Administration hat im Dezember „die Anwendung wirtschaftlicher und militärischer Mittel“ angekündigt – mit dem Ziel, die Russische Föderation zu zwingen, „zur Einhaltung des Vertrages zurückzukehren“.

    Am 14. Dezember erklärte hingegen der russische Präsident Wladimir Putin, dass die USA auf den INF-Vertrag verzichten wollten.

    „Diese Atmosphäre der Verbitterung und Zurückweisung“ führe dazu, dass der Vertrag nicht eingehalten werde und ein neues Raketenwettrüsten beginne. Unter Bezugnahme auf die Gefährlichkeit der Atomwaffen dürften Russland und Amerika den Vertrag nicht verletzen, resümiert der Redaktionsvorstand von „The Washington Post“.

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    Tags:
    Wettrüsten, INF-Vertrag, The Washington Post, USA, Russland