14:08 06 August 2020
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    Das US-Außenministerium hat die Lieferung von Abfangraketen an Japan in einem Gesamtwert von 133,3 Millionen Dollar genehmigt. Laut dem führenden Sicherheitsexperten und Chefredakteur der Militärzeitschrift „Arsenal Otetschestva“ Viktor Murachowskij kann dies aber kaum zur Stabilisierung der Situation auf der koreanischen Halbinsel beitragen.

    Nach Angaben der Agentur für Verteidigungskooperation und Sicherheit beim Pentagon handelt es sich bei der genehmigten Lieferung um die Raketen Standard Missile-3 (SM-3) Block IIA und die dazugehörigen Startrampen Mk-29. 

    „Der geplante Verkauf wird zur Außenpolitik und zur nationalen Sicherheit der USA beitragen, indem er die Sicherheit eines wichtigen Verbündeten stärkt“, heißt es in der Stellungnahme der Agentur.

    Dieser wichtige Verbündete – also Japan – habe immer eine wichtige Rolle „für die politische Stabilität und den wirtschaftlichen Fortschritt“ in der asiatisch-pazifischen Region gespielt und werde dies auch in der Zukunft tun, so die Stellungnahme weiter.

    Der geplante Verkauf solle Japan dabei mit einer stärkeren Raketenabwehr zu seinem eigenen Schutz und zum „Schutz des dort stationierten amerikanischen Personals" ausstatten.

    Gleichzeitig wird betont, dass die Genehmigung noch nicht den endgültigen Abschluss des Deals bedeute.

    „Illusion von Sicherheit“

    Die Vereinigten Staaten versorgen Japan sowie Südkorea traditionell mit modernsten Waffensystemen und begründen dies mit einer Bedrohung durch Nordkorea.

    Russland und China kritisieren solche Lieferungen, da sie darin einen Versuch Washingtons sehen, das strategische Gleichgewicht in der Region zu seinen Gunsten zu verschieben.

    Diese Sicht bestätigt auch der führende russische Sicherheitsexperte Viktor Murachowski.

    Diese Lieferungen würden nur eine „Illusion von Sicherheit“ in Bezug auf nordkoreanische Raketen schaffen, aber im Endeffekt nur die Konfliktparteien zu weiteren eskalierenden Schritten provozieren.

    „Die Stationierung der Standard Missile-3 (SM-3) kann die Atomraketenbedrohung aus Nordkorea nicht annullieren, sondern schafft nur eine Illusion des Schutzes. Diese Illusion in der Region wird aber die US-Verbündeten zu entschiedeneren Handlungen provozieren. Auch provoziert es China“, betonte der Experte.

    Es sei einfach aus technischer Sicht fraglich, ob die US-Raketen zum Abfangen nordkoreanischer Raketen geeignet seien. Sie seien noch nie unter Realbedingungen eingesetzt worden, und selbst ihre Teststarts würden eine ziemlich niedrige Effektivität aufzeigen.

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    Tags:
    Strategisches Gleichgewicht, Raketenbedrohung, Raketenprogramm, Raketenabwehr, US-Außenministerium, Pentagon, asiatisch-pazifische Region, Japan, Südkorea, Nordkorea, USA, Russland, China