23:04 22 Januar 2018
SNA Radio
    Yuan und Dollar

    London als Schlüssel zu „harter“ Konkurrenz zwischen Yuan und US-Dollar – US-Zeitung

    © REUTERS/ Jason Lee
    Politik
    Zum Kurzlink
    0 1204

    Die Versuche der USA, die Dominanz des Dollar für einen Sanktionsdruck auf andere Länder zu nutzen, sind dumm und werden im Endeffekt zu Alternativen für die US-Währung beitragen. Das schreibt die Zeitung „The Financial Times“.

    Die Staaten, gegen die die USA Sanktionen verhängt haben, suchen aktiv nach Zahlungssystemen und Instrumenten, mit denen sie bei Verrechnungen den Dollar umgehen könnten. Dazu würden die Banksysteme der Eurozone oder der Schweiz nicht geeignet sein – diese seien eng mit dem Dollar-Clearing verbunden und würden die Positionen der US-Währung nicht untergraben. 

    Rubel, Dollar (Archivbild)
    © Sputnik/ Maxim Bogodwid

    „Im Laufe der vergangenen 3.000 Jahre gab es immer nur eine dominierende internationale Währung“, zitiert die Zeitung den Ökonom Steve Hanke von der Hopkins University. „Die Durchschnittsdauer ihrer Dominanz liegt bei 300 Jahren. Die Dominanz-Ära einer Währung geht zu Ende, wenn der Emissionsstaat etwas Dummes tut – zum Beispiel eine schlechte Geldpolitik führt oder einen (kostspieligen) Krieg beginnt“. 

    Sanktionen gehören Hanke zufolge zu der Kategorie der „Dummheiten“. „Die Sanktionen stärken immer den Widerstandswillen des Gegners“. Eines der Beispiele dafür sei das US-Ölembargo gegenüber Japan 1941. Politiker seien aber „wirtschaftlich ungebildet“. „Sie glauben, dass Sanktionen ein leichtes Mittel sind, den Feind anzugreifen“, so Hanke. 

    Wie die Zeitung weiter schreibt, könnte Gold auch keine Alternative für den Dollar werden. Der türkische Geschäftsmann Reza Zarrab habe seinerzeit versucht, iranisches Erdöl gegen Gold zu tauschen. Diese Operationen seien jedoch äußerst schwierig gewesen und er habe wieder zum illegalen Handel in Dollar wechseln müssen. Er sei später in den USA wegen Geldwäsche verurteilt worden. 

    Letztlich solle das Gold wieder in den Dollar konvertierbar gemacht werden. Und die amerikanischen Behörden würden der Auffassung sein, dass solche Operationen unter die Jurisdiktion der USA fallen würden. 

    Es bleibe der Yuan. Sein Emissionsland China könne seine Souveränität sichern, verfüge über beachtliche Gold- und Devisenreserven und über ein Technologie-Potenzial. Peking habe sich dabei auch eindeutig zum Ziel gesetzt, den Yuan in eine internationale Währung zu verwandeln, zumindest was seine Dominanz in Asien betreffe, heißt es im Artikel.

    China verfüge sogar über ein eigenes Zahlungssystem – Cips – und über bilaterale Clearing-Konten mit vielen Zentralbanken der Welt. Klar, dass jeder, der nach einer Dollar-Alternative suche, auf Cips aufmerksam werde. Die Chinesen würden jedoch zugeben, dass das Zahlungssystem derzeit nicht imstande sei, den Bedarf in großem Ausmaß zu decken. Es sei noch ein langer Weg bis zu einer „chinesischen Swift“. 

    Es könnte aber eine Übergangsstruktur für den Yuan als Dollar-Alternative geschaffen werden. Laut der Zeitung verhandeln die chinesischen Behörden mit dem Zahlungssystem CLS Group in London. Es seien unter anderem die Aussichten für den Handel Yuan-Euro diskutiert worden. Die Zeit dafür sei besonders passend gewählt worden, weil The City in London befürchte, seine Positionen auf dem Finanzmarkt zu verlieren. London könnte seinen chinesischen Partnern Technologien, das bereits ausgebildete Personal und das britische Recht anbieten, so die Zeitung.  

     

    Zum Thema:

    App schürft heimlich Krypto-Währung für Nordkorea
    US-Dollar: schlechteste Währung des Jahres – geht es noch weiter bergab? – FT
    Medwedew: „Dominanz einer Währung in der Welt unzulässig“
    Anzeichen für nahendes Ende? IS-Währung steigt aus Umlauf aus - Experten
    Goodbye, Dollar: Venezuela steigt endgültig auf neue Währung für Erdöl um
    Tags:
    Alternative, Dominanz, Konkurrenz, Gold, Geld, Währung, Sanktionen, Yuan, Dollar, Euro, EU, Schweiz, Großbritannien, USA, China