10:26 13 Dezember 2018
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    US-Präsident trifft Journalisten im Weißen Haus

    Trump besiegt US-Presse – Medien

    © REUTERS / Yuri Gripas
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    Schon vor dem Beginn seiner Präsidentschaft hat der jetzige US-Präsident Donald Trump ein schwieriges Verhältnis zur US-Presse gehabt. Die gegenseitigen Anschuldigungen zwischen ihm und den Medien haben sich seitdem nur gesteigert. Nun zieht das Polit-Journal Politico nach einem Jahr Trump Bilanz und sieht ihn als Sieger in diesem Ringen.

    Der US-Präsident hat ein extrem angespanntes Verhältnis zu den amerikanischen Mainstream-Medien – und das schon seit seiner Wahlkampfkampagne. Seit seiner Inauguration erntet er nun für beinahe all seine Handlungen auf dem politischen Parkett unaufhörliche Kritik vom Großteil der US-Medien, schlägt aber auch regelmäßig über den TV-Sender Fox News sowie seinen nun fast schon legendären Twitter-Account mit 44 Millionen Followern zurück.

    Laut dem Journal Politico hat Trump dabei im ersten Jahr seiner Präsidentschaft durchaus die Oberhand über die US-Medien behalten.

    Dies sei auch gerade deshalb bemerkenswert, weil die amerikanischen Medien in diesem Fall an einen Kampfterrier erinnern würden, der sich in seinen Gegner bis auf den Tod verbissen habe.

    Wie das russische Internetmagazin „Expert“ in diesem Zusammenhang anmerkt, lässt die Anti-Trump-Presse dabei keine einzige Gelegenheit aus, um den „verhassten Präsidenten“ und jede seiner Entscheidungen auf das Äußerste zu kritisieren. 

    Eine besondere Aufmerksamkeit werde dabei – kein Wunder – den „Russlandermittlungen“ des unabhängigen Sonderermittlers Robert Mueller gewidmet.

    Sicherlich – betont „Expert“ – viele von Trumps Vorgängern hatten ebenfalls ein schwieriges Verhältnis zu den Medien. Ob schon der zweite US-Präsident, John Adams, im 18. Jahrhundert oder der 37. Präsident, Richard Nixon, in den 1960er und 1970er Jahren – sie alle waren mit heftiger Pressekritik konfrontiert und versuchten teilweise die Journalisten in ihrer Arbeit einzuschränken.

    Was Trump anders macht

    Doch das Verhältnis von Trump zu den US-Medien bringt laut der Zeitschrift eine „entschieden neue Neuheit“ in diese Beziehung. Während die früheren Präsidenten sich vor allem einen äußeren Feind – etwa einen Staat oder den Terrorismus – gesucht haben, bestimmte Trump ausgerechnet die einheimischen Medien zu seinem persönlichen Hauptfeind – die „Fake News“, wie er sie selbst nennt.

    Regelmäßig twittere er gegen die „Fake News“ und darüber, wie „lachhaft“ die Mainstream-Medien geworden seien.

    Im August habe er gar erklärt, Journalisten seien „kranke Leute“ und „Lügner“, die nur Zwietracht und Ärger säen würden.

    Nicht selten hätte er schon direkt gesagt, dass er nicht etwa in der Demokratischen Partei den größten politischen Rivalen sehe, sondern eben in den Medien, betont der „Expert“.

    Wie die Medien gegen ihn, so lasse auch er allerdings keine einzige Gelegenheit aus, um auf Fehler der Journalisten hinzuweisen und sich dabei immer als den eindeutig überlegenen Gewinner darzustellen.

    Die Hauptschlagrichtung von Trump gehe dabei meistens in Richtung des US-Senders CNN und seine Lieblingswaffe seien die berühmten 280 Zeichen einer Twitter-Nachricht.

    Kommerz hinter dem „Trump-Bashing“?

    Wie „Expert“ allerdings auch hervorhebt, könnten in dem andauernden „Trump-Bashing“ durch US-Medien auch ganz banale Profitinteressen stecken, für die es sogar mittlerweile einen Namen gebe – den „Trump-Effekt“.

    Nach der Inauguration des US-Präsidenten und dem Dauerkonflikt zwischen ihm und den Medien hätten beispielsweise führende US-Medien ihre Finanzpositionen erheblich verbessert.

    So habe allein die New York Times allein im letzten Quartal des vergangenen Jahres ihre Online-Abos um 154.000 User erhöht. Ihre „Armee der Online-Follower“ nähere sich mittlerweile 2,5 Millionen Lesern an. 

    Ein anderer harter Trump-Kritiker unter den Medien, und zwar die Washington Post, habe vor kurzem die Million geknackt – ein Wachstum, das nach Angaben des „Expert“ unübersehbar mit der Trump-Präsidentschaft zusammenhängt.

    Obwohl Trump im ersten Jahr seiner Präsidentschaft nun laut Politico im Ringen gegen die Medien die Oberhand gewonnen hat, hat dies seinen Preis. Die Beliebtheitswerte des Präsidenten seien mit Werten zwischen 30 und 40 Prozent äußerst niedrig. Dennoch werde er sich wohl kaum von seiner Strategie abwenden.

    Nach Meinung des Politico wird auch im Jahr 2018 der Medienkrieg von Trump weitergehen.

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