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    Weg vom Euro, hin zum Euro: Italiens Anti-Euro-Bewegung ändert ihren Kurs

    © AFP 2018 / Daniel Roland
    Politik
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    Italiens europaskeptische und als populistisch kritisierte Partei Movimento 5 Stelle (M5S) galt einst als einer der wichtigsten Befürworter des Ausstiegs aus dem Euro-Raum für das Land. Nun hat die Bewegung ihren Kurs geändert – auch wegen der scheinbaren Veränderung in den innereuropäischen Machtverhältnissen.

    Die Bewegung Movimento 5 Stelle (deutsch: Fünf-Sterne-Bewegung) will nicht mehr für einen Austritt Italiens aus dem Euro-Raum werben. Laut dem Chef der M5S, Luigi Di Maio, sieht er keine „Notwendigkeit“ mehr hierzu.

    „Ich glaube, dass der Moment, um aus dem Euro auszutreten, nicht mehr passend ist. Ich hoffe, dass es nicht zu einem Referendum kommen wird, das wäre die äußerste Maßnahme“, sagte der Politiker am Dienstag dem Rai-Sender.

    Dies liege daran, dass Italien unter den nun gegebenen Bedingungen im Euro-Raum „mehr Platz bekommen“ könnte, weil die „französisch-deutsche Achse nicht mehr so stark ist wie früher“. 

    Zuvor hatte Di Maio in einem Interview für die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti allerdings noch für einen anderen Kurs der Partei geworben. Damals erklärte er, dass nur Deutschland vom Euro profitieren würde.

    Italien sowie möglicherweise weitere EU-Staaten sollten daher nach seiner damaligen Auffassung Referenden über den Austritt aus der gemeinsamen europäischen Währung durchführen. 

    Die neuen Erklärungen von Di Maio können als Teil des Wahlkampfes für die kommenden Parlamentswahlen am 4. März betrachtet werden. 

    Nach den aktuellsten Umfragen vom Dienstag kommt seine Partei auf 28,2 Prozent und könnte damit einen entscheidenden Erfolg bei den kommenden Wahlen einfahren.

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    Tags:
    Euro, Währung, Referendum, Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, EU, Italien
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