21:18 25 September 2018
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    Einheimische Bevölkerung begrüßt türkische Truppen an der Grenze zu Syrien (Archivbild)

    Diplomatischer Aufruf: Moskau erwartet von Ankara Konstruktivität in Syrien-Frage

    © AFP 2018 / Ilyas Akengin
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    Moskau ist an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit Ankara interessiert, wird aber nicht auf den Kampf gegen die Terrorgruppierung Dschabhat an-Nusra verzichten. So reagierten drei Quellen aus russischen diplomatischen Kreisen gegenüber der Zeitung „Iswestija“ auf die Einbestellung des russischen und iranischen Botschafters seitens der Türkei.

    In Moskau will man laut den drei mit der Situation vertrauten Quellen aus diplomatischen Kreisen eine erneute Verschärfung der Beziehungen zu Ankara vermeiden, ist aber nicht bereit, in besonders empfindlichen Fragen wie dem Schicksal der Terrorgruppierung Dschabhat an-Nusra (Al-Nusra-Front) nachzugeben. Damit reagierten sie auf die Einbestellung der Botschafter Russlands und des Iran in das türkische Außenministerium wegen der Offensive der syrischen Truppen in der Provinz Idlib.

    „Wir arbeiten erfolgreich im Rahmen der Astana-Gespräche, und diese Arbeit soll fortgesetzt werden. Unsere prinzipielle Position besteht darin, dass Dschabhat an-Nusra eliminiert werden soll. Und wir werden davon nicht abrücken“, so eine der Quellen gegenüber dem Blatt.

    Im Föderationsrat wurden dabei Vorwürfe dementiert, dass die bewaffnete Opposition in Idlib angeblich von den russischen Weltraum- und Luftstreitkräften attackiert wird. Dies bestätigte gegenüber der Zeitung der stellvertretende Leiter des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des russischen Föderationsrats, Franz Klinzewitsch:

    „Wir attackieren nur Terroristen. Und dies löst natürlich Ärger bei einigen Akteuren aus, weil viel Geld in die Kämpfer investiert worden ist.“

    Er fügte hinzu, dass „die Geheimdienste der Nato-Länder“ bislang Dschabhat an-Nusra unterstützten.

    Am Dienstag hatte die lokale Zeitung „Daily Sabah“ berichtet, dass das türkische Außenministerium die Botschafter Russlands und des Iran einbestellt hatte, um Protest gegen die Verletzung der Grenze der Deeskalationszone in Idlib durch die syrischen Regierungstruppen zu äußern. Neben der Türkei sind Russland und der Iran die Garantiemächte der Handhabung der Deeskalationszonen. Zudem verwies das Blatt darauf, dass die Türkei der Meinung sei, dass die Regierungstruppen gegen die Waffenruhe verstoßen. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte zuvor erklärt, dass das bevorstehende Telefongespräch zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan gerade diesem Thema gewidmet sein werde.

    Die russische Botschaft in Ankara teilte gegenüber „Iswestija“ mit, dass die Situation um die Einbestellung des Botschafters Alexej Jerochow nicht kommentiert werde. Dies erklärte auch das russische Außenministerium.

    Damaskus soll das Vorgehen der Türkei negativ eingeschätzt haben. Brigadegeneral Samir Sulejman, amtlicher Sprecher des syrischen Verteidigungsministeriums, sagte gegenüber dem Blatt, dass Ankara die bewaffneten Gruppierungen in Idlib, vor allem Dschabhat an-Nusra, versorge.

    „Diese Gruppierung erleidet derzeit ernsthafte Niederlagen, obwohl Versorgung und Bewaffnung von den Türken geliefert werden. Ankara ist in diesem Fall in einer Zwangslage. Und mit der Geschichte mit dem russischen und iranischen Botschafter will die Türkei den Terroristen zeigen, dass sie auf ihrer Seite steht.“

    Am Dienstag hatte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu erklärt, die syrischen Regierungstruppen würden unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung die gemäßigte Opposition in der Provinz Idlib angreifen.

    Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor seinerseits erklärt, dass die Drohnen, die den russischen Luftwaffenstützpunkt in Hmeimim angegriffen hatten, aus der Umgebung der Deeskalationszone in der Provinz Idlib gestartet worden wären, für die Ankara verantwortlich ist. Vor diesem Hintergrund habe das Verteidigungsministerium Briefe an den türkischen Generalstabschef, Akar Hulusi, und den Leiter des türkischen Inlandsgeheimdienstes, Hakan Fidan, gerichtet.

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    Tags:
    Deeskalationszonen, Kampf, Botschafter, Terroristen, Al-Nusra-Front, NATO, Samir Suleiman, Türkei, Syrien, Russland