00:51 24 April 2018
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    „Der Welt demonstrieren, wer Herr im Haus ist“: USA vs. Russland in der Arktis

    © Foto: U.S. Marine Corps/ Sgt. Kevin Maynard
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    Eine frühere US-Unterstaatssekretärin mahnt zu einer intensiven Reaktion auf Russlands militärische Aktivitäten in der Arktis – russische Experten befassen sich mit den Hintergründen.

    Juri Jurtschenko, einst Kommandeur des Atom-U-Bootes K-18 der russischen Nordflotte, sagte dem TV-Sender Swesda, Russland sei in Sachen Arktis-Erschließung allen anderen Ländern weit überlegen. Niemand außer den USA versuche jedoch, sich auf diesem Gebiet aufzublähen.

    „Nun die Amerikaner, die das US-Seerechtsübereinkommen aus dem Jahr 1982 bislang nicht ratifiziert haben, sichten eine Bedrohung durch Russland, und zwar nicht nur für ihre eigenen Interessen (obwohl ihre Schelf-Grenzen nicht international definiert wurden), sondern auch für See-Verkehrsadern im Allgemeinen. Mit Blick darauf müssen sie wiederum die militärische Infrastruktur aufstocken, die ihnen selbst und der Nato gehört, um der Welt abermals zu demonstrieren, wer der Herr im Haus ist“, meinte Jurtschenko.

    So kommentierte er den kürzlich veröffentlichten Gastbeitrag der früheren US-Unterstaatssekretärin Paula J. Dobriansky für das „Wall Street Journal“. Sie mahnte zu einer Reaktion auf den „russischen Militäraufbau in der Arktis“ und schrieb unter anderem: „Es gibt keine einzige Militäreinrichtung des Westens in der Arktis – nun einige Kapazitäten der US-Küstenwache. (…) Die USA sollten mit dem Bau fortgeschrittener Eisbrecher anfangen, aber auch mehr Übungen, Patrouillen und Trainingsmissionen absolvieren.“

    Der russische Militärexperte Igor Korotschenko hatte zuvor gegenüber Sputnik gesagt: „Da die USA Russland als ihren natürlichen Konkurrenten in dieser Region betrachten, wollen sie ihr Programm zur Aufstellung einer militärischen Eisbrecher-Flotte ankurbeln, um Schiffskonvois den Weg zu bahnen. Wir können jedoch sagen, dass die USA militärisch gesehen ohnehin in der Arktis präsent sind. Dort patrouillieren atomgetriebene Mehrzweck-U-Boote, es gibt auch arktische Militär-Expeditionen, die vom Pentagon finanziert werden. Sie befassen sich natürlich nicht mit wissenschaftlichen Forschungen, sondern nehmen den potenziellen Kriegsschauplatz ins Visier, denn der Luft-Korridor über die Arktis wäre der kürzeste Weg für die US-Marschflugkörper, die Russland anvisieren.“

    „In dieser Hinsicht werden militärische und wirtschaftliche Aktivitäten der USA dem Hauptziel dienen, Russland aus der Region zu verdrängen, ein militärisches Einschüchterungs-Potenzial zu schaffen und selbstverständlich um eine Aufteilung der arktischen Vorräte an fossilen Brennstoffen zu ringen“, prognostizierte Korotschenko. 

    Im Jahr 2014 hatte der russische Präsident Wladimir Putin angeordnet, die arktische Grenze militärisch zu festigen. In Russland wurde das strategische Kommando Nord gebildet, bekannt auch als Arktische Truppen. Deren Zuständigkeitsbereich erstreckt sich von der Kola- bis zur Tschuktschen-Halbinsel. Russlands Militärinfrastruktur an der arktischen Küste wird modernisiert.

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    Tags:
    Atom-U-Boot, Militärpräsenz, Konkurrenz, Kampf, Streit, Rivale, Stationierung, Mehrzweck-U-Boote, Truppen, Verteidigungsministerium Russlands, Nordflotte Russlands, Sergej Schoigu, Arktis, USA, Russland