19:50 18 Dezember 2018
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    Eine der Drohnen, mit denen der russische Stützpunkt Hmeimim in Syrien angegriffen wurdeEine der Drohnen, mit denen der russische Stützpunkt Hmeimim in Syrien angegriffen wurde

    Angriff auf russische Basen: Moderne Elektronik in primitiven Drohnen entdeckt

    Verteidigungsministerium Russlands © Foto: Twitter account of Ministry of Defence of the Russian Federation
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    Russischer Militäreinsatz in Syrien (19)
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    Fünf Tage nach der spektakulären Drohnenattacke auf die beiden russischen Militärstützpunkte in Syrien haben das russische Verteidigungsministerium und der Generalstab am Donnerstag der Presse erste Untersuchungsergebnisse präsentiert.

    Jede der Sprengstoff-Drohnen, die in der Nacht zum 6. Januar den russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim und die Marinebasis Tartus attackierten, habe zehn selbstgebastelte Bomben von jeweils 400 Gramm getragen, teilte Generalmajor Alexander Nowikow vom russischen Generalstab mit. „Jede Bombe war mit kleinen Metallkugeln bestückt und hatte einen geschätzten Wirkungsradius von bis zu 50 Metern.“

    Unbemannte Flugzeuge solcher Klasse könnten nur industriemäßig hergestellt werden, sagte Nowikow. Ihm zufolge ist für ihren Bau eine Spezialausbildung nötig, die nur in den Ländern möglich sei, in denen es eine Drohnenindustrie gebe. Als Sprengstoff sei die hochbrisante Substanz Nitropenta verwendet worden, die in mehreren Ländern, unter anderem in der Ukraine, fabrikmäßig hergestellt werde.

    Der Pressesprecher des Verteidigungsministeriums Igor Konaschenkow warnte seinerseits die Journalisten, sich vom primitiven Aussehen der Drohnen nicht irreführen zu lassen. Wichtig sei nicht der simple Aufbau, sondern die angewandten Technologien und die technischen Lösungen, sagte Konaschenkow. „Für den Bau solcher tödlichen Geräte sind Spezialkenntnisse sowie praktische Erfahrungen nötig.“

    Der Flug und der Abwurf der Munition seien in der Bordelektronik der Drohnen vorprogrammiert gewesen, weshalb die Drohnen resistent gegen Störsignale gewesen seien, sagte Nowikow weiter. Auch die genauen Koordinaten der russischen Basen hätten die Angreifer nicht im Internet finden können.

    Zuvor hatte das russische Militär bereits mitgeteilt, dass die Sprengstoff-Drohnen, die in der Nacht zum 6. Januar den russischen Marinestützpunkt Tartus und die Luftwaffenbasis Hmeimim angegriffen hatten, per GPS ins Ziel gesteuert worden seien. Die russische Armee konnte nach eigenen Angaben 13 Drohnen entweder im Anflug abschießen oder unter Kontrolle nehmen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau waren die Drohnen fast 100 Kilometer von den Stützpunkten entfernt gestartet worden.

     

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    Drohnenangriff, Drohnen, Generalstab der russischen Streitkräfte, Verteidigungsministerium, Hmeimim, Tartus, Syrien, Russland