07:34 19 Oktober 2018
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    Dohnen, die beim Angriff auf russischen Stützpunkt genutzt wurden (Archiv)

    Experten zu Drohnenangriff auf russischen Stützpunkt in Syrien

    © AP Photo / Pavel Golovkin
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    Der jüngste Drohnen-Angriff auf den russischen Militärflugplatz Hmeimim in Syrien hängt mit einer Operation der amerikanischen Geheimdienste zur Prüfung des Kampfeinsatzes von unbemannten Flugzeugen gegen reale Gegner zusammen. Dies sagt Oberstleutnant a. D. Andrei Popow, Mitglied im Veteranenverband des russischen Anti-Terror-Kommandos Alpha.

    Im Sputnik-Interview schloss Popow nicht aus, „dass die Amerikaner diese Drohnen mit daran befestigten Sprengsätzen über die Ukraine hergeholt haben“, um unter realistischen Bedingungen zu prüfen, wie die russische Flugabwehr darauf reagieren würde.

    Der Experte glaubt nicht, dass die Drohnen, die auf einer Entfernung von bis zu 100 Kilometern funktionieren, künftig von Terroristen in Syrien eingesetzt werden können. „Es geht nicht so einfach. Dazu bedarf es der Stützpunkte und Fachleute, die sich auf Spitzentechnologien verstehen. Um eine Drohne zu programmieren und Munition davon abzuwerfen, braucht man zumindest einen Ingenieurabschluss, und die genauen Zielkoordinaten müssen auf den Angaben der Satellitenaufklärung basieren.“

    Terroristendrohnen sind auch in Europa gefährlich

    Unterdessen meint der Militärexperte und Professor für Politologie an der Plechanow-Wirtschaftsuniversität Moskau, Andrej Koschkin, Drohnen könnten in Terroristenhänden auch in Europa eine neue Gefahr darstellen.

    Der wissenschaftlich-technische Fortschritt erlaubt den Terroristen heute, neue Technologien auch gegen die Zivilbevölkerung anzuwenden. Russland mahnt: Bereitet euch vor, schlaft nicht! Es zeigt zugleich, wie man das erfolgreich abwehren kann. Sechs Drohnen wurden in der Luft umprogrammiert und dann von russischen Fachleuten gelenkt. Drei davon landeten glücklich, die anderen explodierten beim Aufprall auf den Boden. Die übrigen sieben Luftfahrzeuge wurden von dem russischen Luftabwehrsystem Panzyr-S1 vernichtet. Die Hauptsache ist, dass keine einzige Drohne den mindesten Schaden angerichtet hat.“

    Das russische Verteidigungsministerium hat inzwischen den Startpunkt der Drohnen im Südosten der Deeskalationszone Idlib verortet, die von der „moderaten“ Opposition kontrolliert wird. „Die Worte,moderate Opposition‘ sollen niemanden irreführen“, meint der Politologe Bogdan Bespalko. „Sie ist keineswegs moderat. Es sind im Großen und Ganzen genau solche Feinde des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad wie der IS.“

    Der Experte fährt fort: „Vor dem Hintergrund der Erfolge der syrischen Armee wurde diese Opposition aktiv und beschloss, den russischen Streitkräften wenigstens irgendeinen Schaden zuzufügen. Da es aber sehr kompliziert ist, haben sie Drohnen verwendet. Na, man sammelt jetzt Erfahrungen auch bei der Abwehr derart ausgeführter Angriffe.“

    Bei Drohnenattacke sind Amerikaner mit im Spiel

    Das russische Verteidigungsministerium hat auch über ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug berichtet, das den Drohnenüberfall auf Hmeimim mitverfolgt hatte. Es sei gut vier Stunden über dem Mittelmeer in der Nähe der russischen Luftwaffenbasis herumgeflogen, hieß es. Die Militärs haben dies als eine seltsame Koinzidenz eingestuft.

    Laut Bespalko beweist es aber, dass bei den Drohnenangriffen die Amerikaner mit im Spiel waren. „Auf die eine oder andere Weise sind sie mit den Anti-Assad-Gruppierungen verbunden. Sie müssen ihnen Informationen geliefert haben, vielleicht auch geraten haben, wie der Drohneneinsatz am besten zu planen und auszuführen sei, da die Amerikaner auf syrischem Boden präsent sind, nämlich nahe der Stadt Al Tanf. Dort liegt das amerikanische Militärobjekt, das von den USA ungeachtet der Proteste Syriens nach wie vor als einer der Stützpunkte ihrer Präsenz in Syrien betrachtet wird.“

    Alle von der russischen elektronischen Abwehr abgefangenen Drohnen wurden geborgt und ihre Funktionen von Fachleuten des russischen Verteidigungsministeriums untersucht.

    Der russische Luftwaffenstützpunkt Hmeimim und die Marinebasis Tartus waren in der Nacht zum 6. Januar von durch Terroristen gesteuerten Drohnen angegriffen worden. Alle an dem Angriff beteiligten Geräte wurden entweder im Anflug abgeschossen oder unter Kontrolle genommen. Laut dem russischen Verteidigungsministerium können die technischen Lösungen, die die Terroristen bei den Attacken angewendet haben, nur aus einem technisch entwickelten Land stammen.

    Nikolaj Jolkin

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    Experten, Technologien, Drohnenangriff, Vergleich, Geheimdienst, Stützpunkt, Spezialeinheit Alpha, Syrien, USA, Russland