08:06 20 Juni 2018
SNA Radio
    Sofia, Hauptstadt Bulgariens

    Bulgarien warnt Europa vor „Syrien-Szenario“ auf dem Balkan - Medien

    CC BY 3.0 / Nikolai Karaneschev / Sofia winter
    Politik
    Zum Kurzlink
    74077

    Bulgariens Ministerpräsident Boiko Borissow hat vor dem Risiko einer Instabilität und vor einem Syrien-Szenario auf dem Balkan gewarnt, sollte die Europäische Union nicht bestätigen, dass die Länder der Region immer noch die Perspektive eines EU-Beitritts hätten. Darüber schreibt die spanische Tageszeitung „ABC“.

    Im ersten Halbjahr 2018 übt Bulgarien laut dem Blatt den Vorsitz im Rat der Europäischen Union aus. Borissow habe versprochen, daran zu arbeiten, dass die EU-Partner zustimmen, den Balkan-Ländern eine „klare Botschaft“ hinsichtlich der EU-Mitgliedschaft zu schicken, ansonsten, so warnte er, „könnten wir ein Szenario ähnlich dem syrischen sehen“.

     „Wenn wir sie alleine lassen, so werden wir bittere Früchte ernten“, wird Borissow von der spanischen Zeitung zitiert.

    Borissow habe auch eine Entspannung in den Beziehungen zur Türkei empfohlen, mit der Bulgarien einen gemeinsamen Grenzabschnitt habe.

    „In den Zeiten des Warschauer Vertrags zählte die bulgarische Armee 120.000 Mann. Ihr Ziel war es, einem möglichen Angriff der Türkei vier Tage lang zu widerstehen bis die sowjetischen Truppen eintreffen würden. Solange wir die europäische Militärdoktrin nicht ändern, ziehe ich es vor, mit den Türken gut auszukommen“, betonte der bulgarische Regierungschef.

    Bei all dem habe es Borissow unterlassen, seine Meinung in Bezug auf den EU-Beitritt der Türkei zu äußern, da diese Idee in der Union immer aktiver abgelehnt werde.
    Der bulgarische Ministerpräsident habe auch das sehr wichtige Thema des russischen Einflusses in seinem Land berührt, heißt es in dem Artikel. Sofia sei eine jener europäischen Hauptstädte, in der das Denkmal für sowjetische Soldaten erhalten bleibe.

    „Der Einfluss Russlands in Bulgarien ist keineswegs gering, und russlandfeindliche Äußerungen werden von niemandem begrüßt.“ Borissow habe seinerzeit für die Sanktionen in Verbindung mit der Eingliederung der Krim in den Bestand Russlands gestimmt, denn damit sei seines Erachtens eine Grenze überschritten worden, die man nicht hätte überschreiten sollen. „Es muss allerdings bestimmt werden, ob diese Sanktionen effektiv gewesen sind oder nicht“, sagte er.

    In Bezug auf eine erneute Verlängerung der restriktiven Maßnahmen gegen Moskau während des bulgarischen EU-Vorsitzes erklärte Bulgariens Regierungschef, dass man die Wahlen in Russland abwarten sollte, bei denen Wladimir Putin „zweifellos“ wiedergewählt werden würde.

    Zum Thema:

    Bulgarien verurteilt Schändung von sowjetischem Soldatendenkmal in Plovdiv
    Bulgarien: Das passiert, wenn man an der Tankstelle raucht – VIDEO
    Bulgariens Rechnung: Sofia will EU-Rat durch Russland-Sanktionen zur Kasse bitten
    Serbien, Ungarn und Bulgarien wollen sich Gas-Route für die Zukunft sichern
    Tags:
    Boiko Borissow, Syrien, EU, Balkan, Bulgarien
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren