18:48 23 Januar 2018
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    The Washington Post

    „Washington Post“-Journalistin blamiert sich mit Lob für Terror-Propagandist

    © AFP 2018/ Saul Loeb
    Politik
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    Eine Journalistin der US-Zeitung „The Washington Post“ (WP) hat sich auf Twitter regelrecht blamiert: In einem Beitrag hat sie einen „syrischen Reporter“ für dessen „Tapferkeit“ gelobt. Bei dem angeblichen Helden handelt es sich jedoch laut dem Fernsehsender RT um einen islamistischen Propagandisten.

    Am vergangenen Donnerstag hatte die Chefin des libanesischen Büros der WP in Beirut, Liz Sly, auf Twitter ein Video verbreitet, auf dem ein Journalist eine Reportage macht, während im Hintergrund Artilleriegeschosse explodieren. Die Aufnahmen stammen allem Anschein nach aus der syrischen Provinz Idlib.

    „Dieser syrische Journalist, der auf einem offenen Feld steht, während um ihn herum Bomben explodieren, hat sehr viel Glück gehabt, am Leben zu sein. Kein Schutzhelm und keine Flakweste. Wegen der Explosionen ist er kaum zu hören. Er und seine Kollegen sind sehr tapfer“, schrieb Sly und fügte hinzu, der beherzte Journalist heiße Tahir al-Umar.

    ​Doch zahlreiche Twitter-Nutzer, darunter auch einige Medienvertreter, wiesen die Journalistin der US-Zeitung auf ihren Fehler hin: Der Held, den sie so lobgepriesen habe und der auch unter dem Namen Abu Omar bekannt sei, sei ein islamistischer Propagandist. In seinem Twitter-Account verherrliche er die „Heldentaten“ der Kämpfer verschiedener syrischer Terrorgruppierungen. Omar soll unter anderem die IS-Kämpfer gelobt haben, nachdem bei der Explosion einer IS-Autobombe 60 Mitglieder der schiitischen Volksmiliz in Syrien ums Leben gekommen waren.

    „Aber im Ernst, Sie unterstützen ein offizielles terroristisches Medium. Dieser Kerl bellt auch tapfer ‚Allahu Akbar‘ mit den al-Nus-Ratten, während diese Gefangene köpfen. Wie tief könnt ihr noch sinken?“, schrieb der Nutzer Charls Lister.

    ​„Wow. Die WP lobt jetzt IS-Sympathisanten“, schrieb Catalyst 317.

    ​„Sein Name ist Mousa al-Omar. Recherchieren Sie seine Kontakte zur Al-Qaida und anderen Dschihadisten und löschen Sie Ihren Tweet, um Ihr Gesicht auch nur ein bisschen zu wahren“, lautete ein weiterer Kommentar.

    Dennoch wollte Sly laut RT nicht zurückrudern und weigerte sich, ihren Beitrag zu entfernen. „Ich sage nicht, dass mein Lob sich auf den Journalisten selbst oder seine Tätigkeit bezog. Ich habe bloß gesagt, dass so dazustehen und mitten in einem Feld eine Reportage zu machen, während alles rund herum explodiert – das ist ein Ausdruck der Tapferkeit“, zitiert der Sender die WP-Journalistin. Sie halte es daher nicht für nötig, sich für etwas zu entschuldigen.

     

    Tags:
    Journalisten, Islamischer Staat, Propaganda, Sympathie, Lob, Terrorismus, Washington Post, Idlib, Syrien, USA
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