17:09 19 Februar 2018
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    Stadt Sewastopol auf der Krim

    Wie war das doch gleich mit der Krim? US-Portal erteilt Washington Geschichtslektion

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    Politik
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    Russland wird sich kaum jemals wieder von der Schwarzmeer-Halbinsel Krim trennen, deswegen sollten die USA ihre Strategie nicht auf einer „antihistorischen neoliberalen Basis“ aufbauen. Davon ist Lyle Goldstein, Professor am US Naval War College in Rhode Island, überzeugt, wie er in einem Beitrag für das US-Portal National Interest schreibt.

    Russland und die Krim verbinden laut Goldstein eine langjährige gemeinsame Geschichte – die Halbinsel war ja schließlich schon im Jahr 1783 russisch gewesen. Zudem hätten die Russen die Krim mehrmals geschützt – gegen Großbritannien, Frankreich, das Osmanische Reich während des Krim-Krieges (von 1853 bis 1856) und gegen Nazi-Deutschland während des Zweiten Weltkrieges, erinnert der Professor.

    Diese längst vergangenen historischen Ereignisse hätten auch heutzutage eine große Bedeutung, weil sich Großbritannien und Frankreich wieder in einen Krim-Krieg eingelassen hätten. Dabei würden diese Länder dasselbe Ziel wie die Nato bereits seit mehreren Jahrzehnten verfolgen, nämlich die angebliche russische Aggression einzudämmen.

    Seiner Ansicht nach stellen zurzeit hauptsächlich die Migrationskrise und der Terrorismus, nicht aber Moskau eine Gefahr für die europäische Sicherheit dar.

    Darüber hinaus verweist Goldstein darauf, dass die Amerikaner noch im 19. Jahrhundert den Kampf Russlands um seine Territorien unterstützt hätten. Die USA hätten sogar Waffen und Munition sowie Freiwillige und Ärzte auf die Halbinsel geschickt.

    Wie Goldstein ferner ausführt, wissen zwar alle gut, ignorieren aber die Tatsache, dass die Krim erst im Jahr 1954 an die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik übergeben worden war.

    „Das war in vieler Hinsicht ein sinnloser Schritt, dessen Folgen Nikita Chruschtschow (der damalige sowjetische Staatschef – Anm. d. Red.) offensichtlich nicht voraussehen konnte“, heißt es im Beitrag.  

    Tiefere Geschichtskenntnisse könnten den US-Politikern helfen, den Prozess des „freien Falls“ der russischen-amerikanischen Beziehungen, der sowohl für die Ukraine als auch für Europa und die ganze Welt eine Gefahr darstelle, zu stoppen, schreibt Goldstein abschließend.

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    Tags:
    Krim-Krieg, Zweiter Weltkrieg, The National Interest, Lyle Goldstein, Nikita Chruschtschow, Schwarzmeer-Halbinsel Krim, Großbritannien, Deutschland, USA, Frankreich, Russland, Ukraine
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