04:42 21 Oktober 2018
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    Zigaretten aus Nordkorea

    WSJ: Ist Nordkoreas Atomprogramm dem Tabak-Schmuggel zu verdanken?

    © AP Photo / Wong Maye-E
    Politik
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    Trotz der UN-Sanktionen gegen Nordkorea, die die Nationalwirtschaft des Landes beschränken sollen, verdient Pjöngjang immer weiter an Tabakschmuggel und der Tätigkeit von Gemeinschaftsunternehmen. Das schreibt die Zeitung „The Wall Street Journal“ (WSJ) unter Hinweis auf Expertenumfragen.

    Nordkorea pflege Wirtschaftskontakte mit chinesischen Unternehmen, unter anderem aus Hongkong, sowie mit Firmen aus Malaysia und Singapur. Einige Joint Ventures bringen Nordkorea „immense Profite“, so die Zeitung.

    Laut Berichten der US-Administration soll Nordkorea einen beträchtlichen Teil des Zigaretten-Schwarzmarktes kontrollieren, deren Wert auf Milliarden US-Dollar eingeschätzt wird. „Die meisten Einnahmen fließen direkt in Pjöngjangs Staatskasse“, so WSJ unter Berufung auf einen US-Beamten, einen früheren hochrangigen Überläufer aus Nordkorea. Das Geld aus dem Zigarettenschmuggel werde „für die Finanzierung der Armee, des Atomprogramms und für den Kauf von Luxuswaren für die Machtelite ausgegeben“.

    So soll beispielsweise das ägyptische Unternehmen Orascom Telecom Media and Technology an nordkoreanischen Joint Ventures beteiligt sein. Es besitze 75 Prozent an einem Post- und Telekommunikationsunternehmen des Landes sowie einen Anteil an der Orabank. 2016 habe das Unternehmen Dividenden aus dem Telekommunikationsgeschäft von etwa 15 Millionen US-Dollar gemeldet. Rund 39 Millionen US-Dollar machten die Dividenden für die ersten zwei Monate 2017 aus.

    Auch das thailändische Charoong Thai Wire and Cable Public Company Ltd pflege Kontakte mit Nordkorea über Joint Ventures im Telekommunikationsbereich. Charoong besitzt eigenen Angaben zufolge 25 Prozent an einem Gemeinschaftsunternehmen mit Pjöngjang und 20 Prozent an einem Hongkonger Unternehmen, das Partner der nordkoreanischen Firman Star Joint Venture ist. Die beiden Geschäfte brachten Charoong im vergangenen Jahr vier Millionen Dollar ein.

    British American Tobacco hat wegen des Sanktionsdrucks auf Nordkorea seinen Anteil an einem nordkoreanischen Unternehmen verkauft. Doch der ging an das singapurische Luck Greenbird, dessen Chef Raymond Ng Say Than, ein ehemaliger Manger von British American Tobacco, ist.

    Die Uno ist laut der Zeitung unzufrieden, dass Dutzende Länder keine Regierungsberichte über das Festhalten an den Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea vorgelegt haben. Viele Länder „reagieren nicht adäquat auf die Anschuldigungen über die Verletzung der Sanktionspolitik“, so WSJ.

    Es sei allerdings unbekannt, ob die zuvor erwähnten Unternehmen die UN-Sanktionen wirklich verletzen, weil das Gremium Ausnahmen für „nicht kommerzielle öffentliche Infrastrukturprojekte“ vorsehe.

     

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    Tags:
    Zigaretten, Verletzung, Tabak, Schmuggel, Atomprogramm, Sanktionen, Singapur, Ägypten, Nordkorea, USA, China