16:50 26 Juni 2019
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    Syriens Vize-Außenminister Faisal Mekdad (Archivbild)

    Syrischer Politiker wertet türkische und US-Militärpräsenz im Land als Aggression

    © AP Photo / Anja Niedringhaus
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    Die Präsenz der türkischen Truppen in Syrien ist vom Standpunkt des syrischen Vizeaußenministers Faisal Mekdad aus eine Aggression und kann durch keinen Anlass gerechtfertigt werden.

    In einem Interview mit Sputnik sagte Mekdad: „Wir fordern von der türkischen Regierung, ihre Kräfte vom Territorium Syriens abzuziehen und sich nicht in dessen innere Angelegenheiten einzumischen.“

    In Bezug auf das Bestehen US-amerikanischer Militärbasen in Syrien sagte Mekdad: „Die Präsenz jeglicher ausländischer Militärbasen in Syrien ist für die syrische Regierung unannehmbar. Das ist eine Aggression und eine Okkupation, und wir werden in unserem weiteren Handeln von diesen Definitionen ausgehen“.

    Rolle von De Mistura bei Syrien-Regelung bedenklich 

    Bezüglich der Tätigkeit des Syrien-Beauftragten der Uno sagte der syrische Politiker, Staffan de Mistura zeige nur wenig Eifer für die Lösung der Syrien-Krise. „De Mistura eignet sich nicht für die Rolle eines Leiters des friedlichen Regelungsprozesses in Syrien. Die Einstellung zu ihm wird von seiner Haltung gegenüber dem Syrischen Kongress (des Nationalen Dialogs) in Sotschi beeinflusst, an dem 1500 Syrer, darunter Oppositionelle, teilnehmen sollen. Unserer Meinung nach muss dieses Treffen zum ersten Schritt auf dem Rückweg zur Sicherheit und zur Stabilität auf dem gesamten Staatsgebiet von Syrien werden.“

    Genfer Syrien-Gespräche bisher ergebnislos

    „Wir haben an den Genfer Verhandlungen teilgenommen, um eine politische Lösung für den Syrien-Konflikt zu finden. Aber einige Länder versuchen, auf politischem Wege das zu erreichen, was sie mit Waffen und Militäroperationen nicht durchsetzen konnten“, so Mekdad.

    Ihm zufolge wird die syrische Regierung Szenarien, die vom syrischen Volk abgelehnt werden, nicht akzeptieren. Die 8. Runde der Genfer Verhandlungen sei gescheitert, weil sie von den Interessen der Terrorgruppierungen und ihrer Verbündeten geprägt gewesen sei.

    Syrische Armee baut Erfolg aus

    „Der Kampf gegen den Terrorismus in Syrien geht weiter. Ein Wendepunkt ist dabei der Sieg über ‚Dschabhat an-Nusra‘, Daesh und andere derartige Gruppierungen in Aleppo gewesen. Seitdem baut die syrische Armee den Erfolg in ihrem Anti-Terror-Krieg aus“, betonte Mekdad.

    Situation mit Kurden

    Hinsichtlich der Situation mit den im Nordosten des Landes lebenden Kurden sagte Mekdad: „Wir sind ein einheitliches Volk, das sich in einem Jahrtausende währenden Zusammenleben herausgebildet hat. Doch die USA investieren in die ‚Demokratischen Kräfte Syriens‘ (DKS). Unserer Meinung nach sind es gerade die Kurden, die im Interesse der USA handeln und die Türen für die türkischen Kräfte öffnen.“ Diejenigen, die gegen ihr Heimatland und dessen Interessen auftreten würden, seien Helfershelfer der Feinde Syriens und des syrischen Volkes.

    Der Vizeaußenminister merkte zugleich an: „Die meisten Kurden sind Patrioten Syriens. Es gibt aber auch diejenigen, die von anderen Staaten Geld bekommen, und wir können sie weder Syrer noch Patrioten nennen. Alle inneren Fragen müssen im eigenen Land und nicht im Bündnis mit den USA gelöst werden.“

    Mekdad brachte die Überzeugung zum Ausdruck, dass Syrien nicht zergliedert wird. Die DKS täten besser daran, der syrischen Armee beizutreten, so der Vizeaußenminister.

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    Tags:
    Aggression, Demokratische Kräfte Syriens DKS, Dschabhat al-Nusra, Terrormiliz Daesh, Staffan de Mistura, Faisal Mekdad, USA, Türkei, Syrien