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03:43 22 Juli 2019
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    Rakete-Start (Symbol)

    Russische Hyperschallwaffe: „Keine andere Rakete ist weltweit dazu fähig“

    Денис Абрамов
    Politik
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    Der Hyperschall-Seezielflugkörper Zirkon, den Russland derzeit testet, ist dank seiner Geschwindigkeit tatsächlich kaum abzufangen – zumindest mit gegenwärtigen Mitteln. Darauf weist ein russischer Militärexperte hin. Das Interesse für dieses Thema wurde kürzlich von der deutschen Presse neu geschürt.

    Der russische Militärexperte Viktor Murachowski erläuterte gegenüber Sputnik: „Zirkon ist ein neues Hyperschall-Raketensystem. Es soll nicht unbedingt seegestützt sein – eine Stationierung an Land wäre auch durchaus möglich. Da die Arbeit noch nicht zu Ende ist, wäre es vorerst verfrüht, von möglichen Standorten und Versionen zu sprechen. Dass die Gefechtsköpfe und die eigentliche Rakete erfolgreich getestet werden, ist aber bekannt.“

    „Es wurde mitgeteilt, dass die Rakete bei den Tests in der Atmosphäre eine Geschwindigkeit von sieben bis acht Mach erreicht habe. Derzeit ist keine andere Rakete weltweit dazu fähig“, betonte der Experte.

    „Dementsprechend sind Raketen- und Flugabwehrsysteme nicht in der Lage, Ziele abzuschießen, die so schnell fliegen und dazu noch ihren Kurs im Flug ändern. Deshalb zieht die deutsche Zeitschrift ihre Schlussfolgerung. Denn derzeit gibt es halt nichts, um solche Raketen abzuschießen und abzufangen“, sagte Murachowski mit Blick auf den jüngsten „Stern“-Bericht zum Thema.

    Der „Stern“ hatte kürzlich in seiner Onlineausgabe geschrieben: „Ein wirklicher Gamechanger im militärischen Kräfteverhältnis auf den Meeren sind die neuartigen Antischiffsraketen vom Typ Zircon 3M22 (…) Gegen den Hyperschall-Gleiter Zircon gibt es wegen seiner hohen Geschwindigkeit derzeit keine effektiven Gegenmaßnahmen. Mit ihren Zircons könnten die russischen Schlachtkreuzer selbst US-Trägergruppen ernsthaft bedrohen, von Oberwasserschiffen anderer Nationen gar nicht zu reden. Die Reichweite der Zircon soll etwa 600 Kilometer betragen, die der Marschflugkörper liegt bei über 3000 Kilometern.“

    Der russische Militärexperte Iwan Konowalow hatte zuvor gegenüber Sputnik gesagt: „In vielerlei Hinsicht darf Zirkon als strategische Rakete bezeichnet werden – die Dauer des Anflugs ist ja entscheidend. Einen Einzelstart könnte man noch irgendwie abfangen, doch wenn zehn Raketen auf einmal anfliegen, gehen die Chancen gegen Null.“

    Die neue Rakete wird seit 2016 in ihrer seegestützten Version getestet. Damit sollen neuartige Atom-U-Boote der Projekte Chaski und Jassen-M sowie die schweren Kreuzer „Admiral Nachimow“ und „Pjotr Weliki“ ausgerüstet werden. Der Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ soll ebenfalls dieses Waffensystem bekommen. 

    Auch küstengestützte Startvorrichtungen des Typs Bastion wären in der Lage, solche Raketen abzufeuern. Außerdem könnte die russische Luftwaffe bereits im Zeitraum von 2020 bis 2022 Hyperschallwaffen erhalten – das schloss zumindest der stellvertretende Verteidigungsminister Juri Borissow nicht aus.

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    Analyse, Ausrüstung, Schiffe, Hyperschallrakete, Zirkon-Raketen, Deutschland, Russland