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    Jetziger Staatschef Tschechiens, Milos Zeman, bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl

    Tschechischer Ex-Abgeordneter schätzt Zemans Chancen bei Stichwahl ein

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    Politik
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    Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Tschechien hat nun der tschechische Ex-Parlamentarier und frühere Vize-Justizminister Jiří Vyvadil am Dienstag in einem Gespräch mit Sputnik die Chancen von Milos Zeman und Jiri Drahos auf einen Sieg bei der Stichwahl in knapp zwei Wochen kommentiert.

    Laut Vyvadil wird alles bei einem TV-Duell zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten klar werden.  

    „Ich erinnere mich daran, als Zeman vor fünf Jahren bei den TV-Debatten gegen Karel Schwarzenberg gewonnen hatte, wodurch er zum Präsidenten wurde. Wenn ich jetzt daran denke, kann ich mir nicht vorstellen, dass Zeman diesmal verlieren wird“, sagte Vyvadil.

    Dazu könnte es aber kommen, wenn jene Bürger, die bei der ersten Wahlrunde weder Drahos noch Zeman unterstützt hätten, nun im zweiten Durchgang ersterem ihre Stimmen geben würden.

    „Obwohl diese Kennziffern nicht vielversprechend aussehen, denke ich nicht, dass jeder Wähler, dessen Kandidat den Einzug in die Stichwahl nicht geschaffen hat, automatisch für Drahos votieren wird“, fügte der Ex-Abgeordnete hinzu.   

    Zudem habe Zeman während des Wahlrennens nicht an TV-Debatten teilgenommen, während Dragos keinerlei Ideen und politische Vision habe. Gerade deswegen wird Zeman seiner Ansicht nach gewinnen. 

    Auf die Frage, welche Tipps er Zeman geben könnte, um bei den anstehenden TV-Duellen zu gewinnen, sagte Vyvadil: „Ich weiß nicht, ob er meine Ratschläge überhaupt benötigt.“

    Es sei jedoch offensichtlich, dass dort „brennende Themen“, die sogenannten Resonanz-Themen,  aufgeworfen würden.    

    Als Beispiel führte er die Flüchtlingsfrage an. Zeman als EU-Politiker vertrete in dieser Frage eine härtere Position, während Drahos bereit sei, Flüchtlinge in Tschechien aufzunehmen. Diese Herangehensweise sei im Land nicht populär, die Tschechen träten ausdrücklich dagegen auf.  

    Zemans Vorgehen bestehe darin, dass er sich nicht gegen die EU ausspreche, sich zugleich aber kritisch über ihre Fehler äußere.   

    „Das ist eine vernünftige Strategie. Gerade so selbstsicher muss Tschechien auch sein. Die Menschen werden Zeman als Verteidiger eines souveränen und unabhängigen Landes wahrnehmen, während Drahos eine einzige Sache will: nach Brüssel kommen, dort (allem – Anm. d. Red.) mit einem Kopfnicken zustimmen und dies feiern.“

    Laut dem Ex-Abgeordneten wird dies der tschechischen Bevölkerung nicht gefallen.

    Als weitere mögliche Diskussionsthemen bezeichnete Vyvadil wirtschaftliche und soziale Fragen.      

    Der jetzige Staatschef Tschechiens, Milos Zeman, erhielt bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 13. Januar 38,56 Prozent der Wählerstimmen. Auf Platz zwei rangierte der Ex-Vorsitzende der nationalen Akademie der Wissenschaften Jiri Drahos mit 26,6 Prozent. Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht hat, findet am 26. und 27. Januar eine Stichwahl statt.

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    Tags:
    Flüchtlinge, Sieg, Chancen, Präsidentschaftswahlen, EU, Jiri Drahos, Jiří Vyvadil, Miloš Zeman, Tschechien