11:07 23 Oktober 2018
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    Türkische Panzercrew in Syrien (Archivbild)

    Russland, Türkei und Iran treten USA in Syrien entgegen – türkischer Abgeordneter

    © AFP 2018 / Bulent Kilic
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    Das geopolitische Ringen um die Zukunft Syriens geht weiter. Washington will im Norden des Landes eine kurdisch dominierte, 30.000 Mann starke Grenzschutz-Streitmacht aufstellen und die Spaltung des Nahost-Landes damit praktisch besiegeln. Ein türkischer Parlamentsabgeordneter hat für Sputnik die Sicht Ankaras auf diesen Schritt erklärt.

    Laut Berat Conkar, einem Abgeordneten des türkischen Parlaments von der Regierungspartei AKP und dem Vorsitzenden der türkischen Delegation in der UN-Generalversammlung, werden Russland, die Türkei und der Iran sich entschieden gegen die neue US-Initiative stellen, die er als „rechtswidrig“ bezeichnet.

    „Zuvor haben uns Vertreter der amerikanischen Seite als Antwort auf unsere Kritik gegen die Kooperation der USA mit kurdischen Einheiten geantwortet, dass diese Zusammenarbeit zeitlich befristet sei – entsprungen aus der Notwendigkeit, den Daesh (IS – Anm. d. Red.) zu bekämpfen“, erklärt der Abgeordnete.

    Die aktuellen US-Aktivitäten würden aber eindeutig zeigen, dass sich die Amerikaner dauerhaft auf eine Zusammenarbeit mit den „terroristischen Elementen der YPG einlassen“ würden, deren Tätigkeit eine „unmittelbare Gefahr für die Sicherheit der Türkei darstellt“, so der türkische Politiker weiter.

    Zudem würden die US-Initiativen über eine derart tiefe Zusammenarbeit mit den Kurden den „Prinzipien eines Verbündeten“ widersprechen. Sollte die US-Administration bei diesem Projekt bleiben, würde das zu einer „ernsten Spaltung innerhalb der Nato“ führen.

    Die Position Moskaus gegenüber Washingtons „Grenzschutz-Initiative“ nannte der türkische Abgeordnete dagegen „ausgewogen und konstruktiv“.

    „Uns ist die Bedeutung der territorialen Integrität von Syrien und dem Irak für Russland bewusst. Wir sehen, wie es mit seinen Schritten in der gegebenen Situation versucht, mit der Türkei in den Fragen zu kooperieren, die für die Türkei von einer besonderen Wichtigkeit sind“, unterstreicht Conkar.

    Bei diesen besonderen Fragen gehe es vor allem um die Tätigkeiten der kurdischen Partei in Syrien, PYD.

    Der Versuch Washingtons, Kontrolle über die Grenzen der souveränen Staaten Türkei und Irak „mit Hilfe von terroristischen Organisationen sowie der unrechtmäßigen militärischen Präsenz der USA in der Region“ auszuüben, sei zudem ein Verstoß gegen das internationale Recht.

    Es sei anzunehmen, dass Russland, der Iran und die Türkei im Rahmen einer gemeinsamen Strategie alle notwendigen Schritte einleiten werden, um die Umsetzung „dieser unrechtmäßigen und die Normen des internationalen Rechtes verletzenden“ US-Initiative nicht zuzulassen, so der Politiker.

    Abschließend fügte Conkar hinzu, dass Russland und die Türkei auch in ihren Einstellungen gegenüber „terroristischen Strukturen“ in Syrien „eine ähnliche Position“ vertreten würden – nämlich dass die gesamte Region von allen Strukturen befreit werden müsse, die eine Gefahr für die Stabilität darstellten.

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    Tags:
    Geopolitik, Separatismus, Kampf gegen den Terror, Kurden, IS, NATO, Kurdenpartei PYD, kurdische Selbstverteidigungskräfte YPG, Baschar al-Assad, Sergej Lawrow, Recep Tayyip Erdogan, Kurdistan, Irak, USA, Türkei, Russland, Syrien