21:00 22 Oktober 2018
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    Taro Kono - japanischer Außenminister beim Auftritt während des Ministertreffens in Vancouver

    Darum fordert Japan den Abbruch diplomatischer Beziehungen zu Nordkorea

    © AFP 2018 / DON MACKINNON
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    Zuletzt hat es zwischen Nord- und Südkorea Anzeichen einer vorsichtigen Annäherung gegeben. Ausgerechnet jetzt fordert der japanische Außenminister Taro Kono den Abbruch aller diplomatischen Beziehungen zu Pjöngjang.

    Laut dem japanischen Außenminister haben die UN-Sanktionen gegen Nordkorea ihre Wirkung mittlerweile gezeigt. Genau so interpretiert Kono nämlich die nordkoreanische Initiative, direkte Gespräche mit Seoul aufzunehmen und die Situation auf der koreanischen Halbinsel schrittweise zu deeskalieren.

    „Die Tatsache, dass Nordkorea den Dialog (mit Seoul – Anm. d. Red.) anstrebt, kann als Beweis dafür gewertet werden, dass die Sanktionen wirken“, erklärte der Außenminister.

    Genau jetzt sei es daher an der Zeit, den Druck auf das Land noch weiter zu erhöhen und die verhängten UN-Sanktionen komplett umzusetzen.

    „Dies kann die Einstellung der diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea einschließen, genauso wie die Ausweisung von nordkoreanischen Arbeitern“, sagte er am Dienstag bei einem Außenminister-Treffen westlicher Staaten in der kanadischen Stadt Vancouver.

    Japan erwarte, dass „andere Länder Schritte unternehmen“, um die diplomatischen Kontakte zu Nordkorea abzubrechen.

    Dies begründet Kono vor allem damit, dass Nordkorea sich zwar bereit erklärt habe, an den innerkoreanischen Gesprächen teilzunehmen, sich jedoch noch nicht von seinem Atom- und Raketenprogramm abgewendet habe.

    „Zusammen müssen wir den Druck auf Nordkorea maximieren, damit es seine Politik gegenüber der Denuklearisierung ändert“, erklärte Kono.

    Zwischen dem 15. und dem 17. Januar findet in Vancouver eine Ministertagung westlicher Staaten zur Situation auf der koreanischen Halbinsel statt.

    Die Außenminister der teilnehmenden Staaten sollen dabei Vorschläge zur Erhöhung der Sicherheit und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel unterbreiten.

    Das Format der Tagung wurde bereits im Vorfeld kritisiert, weil Russland und China daran nicht teilnehmen – also jene Staaten, die einen entscheidenden Einfluss in der Region und auf Pjöngjang ausüben könnten.

    Die Situation auf der koreanischen Halbinsel verschlechterte sich im Jahr 2017 dramatisch, nachdem Nordkorea eine Reihe von Raketenstarts sowie einen Atomtest durchgeführt hatte. Im Dezember verhängte der UN-Sicherheitsrat neue internationale Sanktionen gegen das Land.

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    Tags:
    diplomatische Vertretungen, Atomprogramm, Eskalation, Sanktionen, Uno, Seoul, Pjöngjang, China, Russland, Vancouver, Japan, Südkorea, Nordkorea