18:20 23 Oktober 2018
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    Soldaten der US-Armee im Einsatz (Archivbild)

    Amerikas „ewiger Krieg“ gegen Terrorismus bekommt zweiten Atem in Syrien – WP

    © Foto: U.S. Air Force/ Airman 1st Class Nicholas Byers
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    Die endlose Serie der US-Militäreinsätze hat offenbar ein zweites Leben bekommen. Zu diesem Fazit ist die Zeitung „The Washington Post“ aufgrund der Analyse einer Rede des US-Außenministers Rex Tillerson in der Stanford University (US-Bundesstaat Kalifornien) gekommen.

    Bei seinem jüngsten Auftritt in der Stanford University äußerte Tillerson demnach, die 2000 US-Militärs, die sich in Syrien aufhielten, würden in dem Land auch für eine unbestimmte Zeit bleiben.

    Die Rede des US-Außenministers sei darauf hinausgelaufen, dass die militärischen Ziele der USA sich nicht auf die Niederlage des „Islamischen Staates" und anderer extremistischer Organisationen begrenzen würden, so die Zeitung. US-Truppen würden für eine unbestimmte Zeit im Lande bleiben, um den iranischen Einfluss einzudämmen und Präsident Bashar al-Assad zu entmachten.

    „Jeder, der die (syrische — Anm. D. Red.) Krise beobachtet, weiß, dass es keine einfache und schnell zu erfüllende Aufgabe ist", schreibt die Zeitung. Tillerson sei in seiner Rede deutlich damit gescheitert, irgendwelche Fristen für den Abzug der US-Truppen zu nennen. „So kommt man leicht in Versuchung, ein unausgesprochenes Fazit zu ziehen: Amerikas ‚Ewiger Krieg‘ hat erneut einen zweiten Atem für eine unbestimmte Zeit bekommen".

    Syrien sei zurzeit „das jüngste Kapitel in dem Krieg gegen den Terrorismus", der fast seit 17 Jahren andauere. Dieser Krieg sei in Afghanistan begonnen worden, habe sich auf den Irak, Pakistan und viele andere Länder ausgeweitet und weise bislang keine Anzeichen für ein Ende auf.

    Im März 2017 hatte US-Präsident Trump betont, die USA hätten in diesen 17 Jahren sechs Billionen US-Dollar in ihre Militäreinsätze und die Unterstützung der Verbündeten gesteckt und im Endergebnis nichts erreicht.

    „Aber selbst wenn Trump tatsächlich gehofft hat, den ewigen Krieg zu beenden, ist dies schon lange vorbei. Wenn ihm verschiedene außenpolitische Optionen vorgelegt wurden, wählte er fast immer eine Erweiterung des Konflikts", so der Verfasser des Beitrags, Adam Taylor.

    Die Zeitung verweist in diesem Zusammenhang auf die Ansicht der Militäranalystin von der Denkfabrik „Hoover Institution" Kori Schake, die für die Administeration des damaligen US-Präsidenten George W. Buch tätig gewesen war. Shake bewertete Tillersons Rede zwar positiv, betonte jedoch, die heutige US-Regierung stelle „nicht einmal annähernd" die notwendigen Ressourcen bereit, um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen.

    Trumps Vorgehensweise beim Kampf gegen die Terrormilz „Islamischer Staat" sei im Grunde genommen eine Stärkung der Vorgehensweise seines Vorgängers Barack Obama, so die Zeitung.

    Ohne ein adäquates Vorgehen gegen die zunehmenden Probleme in Syrien könne das Engagement in den syrischen Angelegenheiten sich jedoch bis in die Amtszeit von Trumps Nachfolger hinziehen. Sollte diese Situation auf die lange Bank geschoben werden, könnte das momentan zwar aufgehen. Allerdings werde das Amerika nicht näher an das Ende seines "ewigen Krieges" bringen, schreibt der Verfasser des Artikels abschließend.

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    Tags:
    Erweiterung, Militäreinsatz, Donald Trump, Rex Tillerson, Syrien, USA