21:01 22 Oktober 2018
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    Die vernichtete Militärtechnik der ukrainischen Armee in Donbass (Archivbild)

    Bei Provokation: Kiewer Armee nach wenigen Stunden außer Gefecht – Experten

    © Sputnik / Walerij Melnikow
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    Besser wäre es, Kiew lässt es – doch ausschließen kann man laut Experten nicht, dass Poroschenko seine Truppen losschickt, um Moskau im Vorfeld der anstehenden Präsidentschaftswahlen zu provozieren. Russland jedenfalls ist für so einen Fall gut gerüstet, schreibt das Portal „rueconomics“.

    Panzer im Donbass auffahrenlassen, um die Verteidigung der Volkswehr zu durchbrechen, und zeitgleich einen Angriff an Russlands Südgrenze starten – das sei das wahrscheinlichste Szenario einer Provokation, die Kiew vor den russischen Präsidentschaftswahlen gegen Moskau richten könnte, sagte der Militärexperte Alexander Schilin, Oberst a.D., dem Portal.

    Kiew spekuliere darauf, dass Moskau in so einem Fall seine Truppen über die Grenze, auf ukrainischen Boden, entsende. Dann könnte die ukrainische Armee die russischen Truppen in einen langanhaltenden Guerillakrieg verwickeln.

    „Doch Moskau hätte nichts davon“, sagt der Experte. „Die ukrainischen Truppen könnten ja einfach auf einen Schlag vernichtet werden, ohne dass die russische Armee über die Grenze muss. Mittel hat Russlands Oberkommando dafür genug: Luftwaffe, Lenkraketen, Kriegsschiffe.“

    Da würden dann auch die „Javelin“ nicht helfen, die Panzerabwehrraketen aus den USA, sagte der ukrainische Politologe Oleg Woloschin dem Portal.

    „Alle wissen doch, dass wir einen Krieg gegen die russische Armee nach spätestens einer Woche verlieren würden. Schließlich werden moderne Kriege vor allem durch den Einsatz der Luftwaffe entschieden.“

    Der Analyst führt weiter aus:

    „Sollten die Kiewer Truppen sich aggressiv gegen Russland verhalten, würden alle Stützpunkte und Versorgungslager der ukrainischen Armee innerhalb weniger Stunden vom Erdboden verschwinden – einfach niedergebrannt. Und selbst wenn die Ukraine es schaffen würde, einige Raketen abzufeuern, hätte Russland nichts zu befürchten: Sein Luftraum ist durch die Flugabwehr zuverlässig abgeschirmt.“

    So eine Reaktion wäre jedoch eine erzwungene: An einem Krieg sei Moskau überhaupt nicht interessiert. Es sei Poroschenko, der in aller Regelmäßigkeit von einem Krieg gegen Russland spreche.

    „Er hat ewig darum gerungen, dass die USA ihre ‚Javelin‘ an die Ukraine liefern. Ende 2017 hat das Weiße Haus endlich sein OK gegeben. Jetzt wird immer wieder behauptet, diese Waffe werde die Wende im Krieg gegen den Donbass bringen und vor der sagenhaften russischen Gefahr schützen“, sagt der Militärexperte Schilin.

    Wie dem auch sei: Kiews etwaiger Versuch, mittels einer militärischen Provokation Einfluss auf die russischen Präsidentschaftswahlen zu nehmen, sei von vornherein zum Scheitern verurteilt. „Um die ukrainische Armee zu zerschlagen, würden die russischen Truppen keine Woche brauchen – einige wenige Stunden wären völlig ausreichend.“

    Petro Poroschenko besucht ukrainische Truppen in Donbass (Archivbild)
    © Sputnik / Pressedienst des ukrainischen Präsidenten/ Mikhail Palintschak

    Es sei nur schade, so der Militärexperte, dass Kiew in so einem Fall Hunderte Ukrainer für nichts und wieder nichts opfern würde: „Poroschenkos Politik der letzten Jahre zeigt, dass er eine beliebige Anzahl seiner Landsleute ohne Skrupel in den Tod schicken kann.“

    Aber auch in so einem Fall wäre Russland zu einer Reaktion gezwungen – um seine eigene Sicherheit zu garantieren. „Es wäre wirklich töricht, würde sich die ukrainische Armee mit der russischen messen wollen. Aber der ukrainische Präsident und seine Vertrauten zeigen seit Jahren hartnäckig, dass menschliche Dummheit grenzenlos sein kann“, so der Analyst.

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    Tags:
    Provokation, Präventivschlag, Offensive, Militärtechnik, Javelin, Präsidentschaftswahlen 2018, Petro Poroschenko, Donbass, USA, Russland, Ukraine