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13:19 18 August 2019
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    Ukrainische Bürger an ukrainisch-polnischer Kontrollstelle

    „Pure Sklaverei!“: Ukrainer beanstanden Arbeitsbedingungen in EU

    © Sputnik / Стрингер
    Politik
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    Ukrainische Bürger, die auf der Suche nach Arbeit in die Europäische Union gereist waren, berichten im Gespräch mit dem Portal Strana.ua über ihre jetzigen Lebens- und Arbeitsbedingungen.

    Nach Angaben des Portals sind Tausende Ukrainer bereits nach Polen und Ungarn gereist, wo im Unterschied zu den anderen EU-Ländern kein Arbeitsvisum erforderlich ist. Dabei ermögliche das erleichterte Arbeitsvermittlungs-Verfahren lediglich, eine niedrig qualifizierte Arbeit für drei Monate zu bekommen.

    Laut Maria Tarnawskaja, die im polnischen Gdańsk (Danzig) einen Job gefunden hat, werden die Gastarbeiter im Hinblick auf die örtlichen Preise nur gering bezahlt, während die Arbeitsbedingungen schrecklich seien. So muss Tarnawskaja in einer Kühlabteilung, wo Hähnchenschenkel bearbeitet und verpackt werden, 16 bis 18 Stunden pro Tag verbringen.

    „Sie gehen mit uns wie mit echten Sklaven, billigen Arbeitskräften um. Selbst die Galeerensklaven mussten wohl nicht so hart schuften, wie wir hier“, so Tarnawskaja gegenüber dem Portal.

    Als Überraschung haben sich für die ukrainischen Arbeitnehmer zahlreiche Geldstrafen und Lohnabzüge erwiesen. So können die Betriebsleitungen Geldstrafen für Rauchpausen und Lohnabzüge wegen Essenspausen anordnen sowie das zustehende Geld nicht auszahlen, wenn der jeweilige Arbeitnehmer vor dem Ablauf der Drei-Monate-Frist kündigt.

    Wie Juri Ardel berichtet, der beim Bau einer Werkabteilung bei Warschau eingesetzt ist, haben es die Frauen, die eine niedrig qualifizierte Arbeit verrichten müssen, besonders schwer. Sie würden von den Vorgesetzten „verschmäht“.

    Wie Valentina Tatarinskaja rät, die in Polen und Ungarn gearbeitet hatte,  darf man auf keinen Fall seinen Pass abgeben. Widrigenfalls könne man in Sklaverei geraten. „Man wird entweder mit Groschen bezahlt oder man arbeitet Tag und Nacht für Essen.“

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