14:57 18 November 2018
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    Türkische Truppen an der strategisch wichtigen Anhöhe Burseya nordöstlich von Afrin, 22. Januar 2018

    Erdogan: Wann und wie die Operation in Afrin beendet wird

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    Die Operation „Olivenzweig“ im syrischen Afrin wird laut dem türkischen Präsidenten Recep Erdogan dann abgeschlossen sein, wenn die vorgegebenen Ziele, insbesondere das Zurückwerfen von Terroristen, erreicht sind. Das Hauptziel der türkischen Offensive in Afrin sei es, sich den Terroristen entgegenzustellen, erklärte Erdogan.

    Ihm zufolge werden aus dem Norden Syriens immer neue Provokationen gegen die Türkei verübt. So sei die Provinz Hatay (im Süden der Türkei – Anm. d. Red.) mit Raketen angegriffen worden, wobei es Opfer gegeben habe, so Erdogan.

    „Das wird nicht unbeantwortet bleiben, und sie werden einen hohen Peis dafür bezahlen, wir sind resolut eingestellt“, betonte der türkische Präsident.

    Er übte Kritik an dem Appell des US-Außenministeriums, die Operation in Afrin räumlich und zeitlich einzuschränken. 
    Die Türkei sei nicht scharf auf fremde Territorien und führe ihre Operation in Syrien nicht gegen die Kurden, sondern um die Einrichtung eines Terrorkorridors zu verhindern, so Erdogan. Er betonte, dass die Operation im Erfolgsfall die Stabilität und die Sicherheit an den südlichen Grenzen des Landes gewährleisten werde.

    Laut dem türkischen Vizepremier Bekir Bozdag ist es das Ziel der Operation, „Afrin von den Terroristen zu säubern und es in eine gefahrenlose Zone zu verwandeln“.

    Die Operation laufe erfolgreich, und der Türkei gehe es darum, von der Völkergemeinschaft Hilfe zu erhalten, so Bozdag.

    Als Hauptbedingung für eine weitere Zusammenarbeit zwischen Ankara und Washington nannte er die Einstellung der Lieferungen US-amerikanischer Waffen an die syrischen Kurden. Darüber hinaus sollten die Kurden die von ihnen bereits erhaltenen Waffen zurückgeben, so Bozdag: „Im Einklang mit unserem ureigenen natürlichen Recht können wir dies von unserem Verbündeten erwarten.“

    Riskanter regionaler Konflikt

    Nach Auffassung des Nahost- und Kaukasus-Experten Stanislaw Tarassow hat die Türkei im Syrien-Konflikt von Anfang an widersprüchliche Ziele deklariert.

    „Im Laufe der Entwicklung wurde klar, dass sie (die türkischen Behörden) einen Plan zum Vorstoß von 30 Kilometern in diese Zone und zur Abriegelung der syrisch-türkischen Grenze erarbeitet und bestätigt haben“, so der Experte.

    Ankara habe erstmals seit 1974 eine Militäroperation auf dem Territorium eines Nachbarstaates gestartet, sagte Tarassow. Er erinnerte daran, dass die Türkei der US-geführten internationalen Koalition angehört und kein Mandat zur Aggression besitze. „Damaskus betrachtet diese Aktion als Aggression“, so der Politologe.

    Er merkte ferner an, dass hart gekämpft werde und die Kurden bereits Schläge gegen türkische Provinzen führen würden. Es könne ein schwerer regionaler Konfliktherd entstehen. Auch deswegen sei es dringend erforderlich, die Operation baldigst zu beenden.

    Tarassow schloss auch nicht aus, dass die Türkei bei ihrer Operation eine Niederlage erleiden könne.

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    Ziele, Operation, Stanislaw Tarassow, Bekir Bozdag, Recep Tayyip Erdogan, USA, Syrien, Türkei