02:02 15 Juli 2020
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    Das Pentagon hat das Militär und lokale Sicherheitskräfte in Afghanistan weiterhin finanziert, obwohl ihm bekannt war, dass einige Militärangehörige gegen Menschenrechte verstoßen und sogar sexuelle Verbrechen gegen Kinder begangen haben. Dies geht aus dem Bericht des US-Sondergeneralinspekteurs für den Wiederaufbau von Afghanistan (SIGAR) hervor.

    Laut dem Dokument hat das Pentagon 12 afghanische Einheiten finanziert,  die in 14 Fällen in Menschenrechtsverletzungen involviert waren.

    Es sei dem US-Militär gelungen, das Geld bereitzustellen, obwohl in den USA ein Gesetz gelte, das es der US-Armee und dem Außenministerium  verbietet, ausländische Militär- oder Polizeieinheiten zu  finanzieren, wenn glaubwürdige Beweise dafür vorliegen, dass sie grobe Menschenrechtsverletzungen begangen haben.

    Allerdings gebe es in dem Gesetz einen Punkt, der es ermöglicht, derartige Verstöße zu ignorieren, wenn die Finanzierung der Einheiten zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit nötig sei.

    Bemerkenswert ist, dass der 63 Seiten umfassende Bericht noch im Juni 2017 vorgelegt, aber erst im Januar dieses Jahres veröffentlicht worden sei.

    Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin erklärt, dass die Lage in Afghanistan ohne Präsenz der US-Armee noch schlimmer gewesen wäre. Putin zufolge wird fast die gesamte Grenze zwischen Afghanistan, Tadschikistan und Usbekistan von Taliban-Kämpfern kontrolliert.

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    Tags:
    Militär, Menschenrechtsverletzungen, Bericht, US-Außenministerium, Pentagon, Wladimir Putin, Afghanistan, USA