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    USA nicht mehr Weltherr: Warum Menschheit nun China als Nachfolger sehen will

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    Politik
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    Die Einstellung der Länder zur Politik und der „Spitzenstellung“ der USA in der Welt ist seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump auf ein rekordniedriges Niveau gesunken. Davon zeugen die Ergebnisse einer Studie des Meinungsforschungsinstitutes Gallup.

    Wie die jüngste Gallup-Umfrage ergab, stimmen heute nur 30 Prozent der Länder der Tätigkeit der US-Führung zu. Im Jahr 2016 waren es 48 Prozent. Das Ranking der Billigung der US-Politik ist somit auf ein historisches Minimum seit der Amtszeit von George Bush jr. als Präsident gesunken.

    Der amtierende US-Präsident Donald Trump hat auf die Teilnahme an einigen internationalen Schlüsselprojekten verzichtet – offenbar in dem Glauben, dass diese den Interessen der USA widersprächen. Er verfügte den Austritt des Landes aus dem Handelsabkommen über die Transpazifische Partnerschaft (TPP). Später stiegen die USA aus dem Klimaübereinkommen von Paris aus. Trump wird nicht müde zu wiederholen, dass es der beste Ausweg für die USA sei, das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) zu verlassen. 

    Infolgedessen verlieren die USA allmählich ihre Führungsrolle in der Welt, und neue Akteure versuchen schon, sich an ihrer Stelle zu behaupten. So hat China den USA den Rang abgelaufen und ist größter Handelspartner vieler lateinamerikanischer Staaten geworden. Sollten die USA das NAFTA verlassen, wird China und nicht die US-amerikanischen Steuerzahler davon profitieren. Die Länder in Nord- und Südamerika neigen laut der Umfrage schon heute dazu, Deutschland und China und nicht die USA als weltführende Nation zu betrachten. 

    Auch in Asien verlieren die USA ihre Position. Nach Expertenschätzungen kann die Transpazifische Partnerschaft, die als Instrument des Widerstandes gegen den zunehmenden wirtschaftlichen Einfluss Chinas in der Region gedacht war, ohne die USA kaum mehr als eine ernstzunehmende Kraft betrachtet werden. Mit dem Austritt Washingtons aus dem TPP wurde ein neues Abkommen über die regionale wirtschaftliche Partnerschaft (RCEP) ins Leben gerufen. Das ist ein Freihandelsabkommen zwischen der ASEAN und ihren sechs Partnern Australien, China, Indien, Japan, Neuseeland und Südkorea, das von Peking aktiv unterstützt wird.  

    Indes wird der umtriebige US-Präsident mit Atomknopf eher als Gefahr einer Konflikteskalation denn als Garant für eine friedliche Regelung wahrgenommen. Vor diesem Hintergrund wirke das bedächtige Peking attraktiver, sagte der Berater des Leiters des chinesischen Zentrums für regionale Sicherheitsstudien, Yang Danzhi. 

    „Die USA haben keine neuen Vorschläge und Ideen zur globalen Verwaltung unterbreitet und weder sichtliche Bemühungen noch wirksame Maßnahmen unternommen, um die globalen Probleme der Wachstumsverlangsamung in der Weltwirtschaft und des Leerlaufs bei der globalen Entwicklung zu lösen. Zudem verschlechtern sich die Beziehungen der USA zur Uno und zu anderen internationalen Organisationen wegen der Absicht Washingtons, seine Ausgaben als Mitglied dieser Organisationen zu kürzen“, so der Experte.

    Trumps Prinzip „America first“ sehe eine Reduzierung der US-Ausgaben im Bereich der internationalen Beziehungen vor, so der Experte weiter. Die Verbündeten würden bezweifeln, ob die USA ihren Versprechungen und Verpflichtungen nachkommen können. China hingegen habe sich als ein aktiver Führungsstaat gezeigt, der die internationale Verantwortung übernehmen, öffentliche Güter bereitstellen und weniger entwickelten Ländern helfen könne.

    Der weltführenden Stellung der USA wird nur noch in Afrika zugestimmt. 51 Prozent der Länder dieser Region unterstützen die US-Politik. Aber auch dort sitzt China den USA auf den Fersen. Im Hinblick auf den rasch zunehmenden Einfluss Chinas in der Region und den Umfang der Investitionen Chinas in Afrika kann nicht mit Sicherheit behauptet werden, dass die USA ihre Position in dieser Region nicht verlieren werden. Die USA, die den Status eines globalen Hegemons erreicht haben, scheinen unfähig zu sein, die Weltprozesse, die sich enorm verkompliziert haben, zu leiten.

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    Tags:
    weltführende Nation, Umfrage, Gallup-Forschungsinstitut, Freihandelsabkommen TPP, Nordamerikanisches Freihandelsabkommen Nafta, Donald Trump, USA, China