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    Türkische Truppen an die syrische Grenze (Archiv)

    Türkei wird Militäroperation über Afrin hinaus ausdehnen – Erdogan

    © AFP 2019 / OZAN KOSE
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    Die Türkei wird ihre gegen die Terroristen gerichtete Operation im Norden Syriens über die Stadt Afrin hinaus auf die gesamte türkisch-syrische Grenze ausdehnen. Das erklärte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch in Ankara.

    „Mit dem Beginn der Operation ‚Olivenzweig‘ haben wir den Spielen diverser Kräfte ein Ende gesetzt, die ihre Pläne in unserer Region realisieren wollen. Wir werden die Region von Manbidsch entlang der gesamten unseren Grenze zu Syrien von den Terroristen befreien und unsere Sicherheit somit gewährleisten“, betonte Erdogan.

    Die Verluste des Gegners in Afrin bezifferte der Präsident mit 268 und die der türkischen Armee mit sieben Toten. Indes sprach die kurdische Volkswehr, die gegen die türkische Armee in Syrien kämpft, von rund 200 toten türkischen Soldaten und „protürkischen Extremisten“.

    Ankara führt seit dem 20. Januar die Operation „Olivenzweig“ gegen die Kurden in Afrin durch. Auf der türkischen Seite kämpfen auch Angehörige der sogenannten „Freien Syrischen Armee“.

    Zwei Tage nach Beginn der Operation hatte Erdogan erklärt, dass die türkischen Truppen Syrien verlassen werden, nachdem die gesteckten Ziele erreicht worden sind. Zugleich betonte der Präsident, dass sich die Handlungen Ankaras nicht gegen die Kurden richten. Das Hauptziel bestehe darin, die Schaffung eines „terroristischen Korridors“ zu verhindern.

    Damaskus verurteilte die türkische Invasion und warf Ankara die Unterstützung der Terroristen vor. Der Kreml rief alle rivalisierenden Seiten auf, Zurückhaltung an den Tag zu legen und die territoriale Integrität Syriens zu achten.

    Die türkischen Behörden hatten bereits ihre Pläne bekannt gegeben, eine Operation in Manbidsch zu starten und „andere Nester der Terroristen in Syrien auszuheben“. Terroristen des Daesh (Islamischer Staat) waren im August 2016 aus Manbidsch vertrieben worden.

    Türkische Militärtechnik an der syrischen Grenze
    © AP Photo / Lefteris Pitarakis
    Unterdessen entsandte die Türkei eine Militärkolonne in die syrischen Gouvernements Idlib und Aleppo, wo Beobachtungsstellen in der sogenannten Deeskalationszone eingerichtet werden sollen. Das teilte ein Experte, der anonym bleiben wollte, RIA Novosti in Idlib mit. Zur Zahl der angerückten türkischen Militärs machte er aber keine Angaben.

    Die Schaffung von etwa 20 Deeskalationszonen war bei Verhandlungen zwischen Russland, der Türkei und dem Iran in der kasachischen Hauptstadt Astana vereinbart worden. Bislang wurden drei solche Zonen eingerichtet.

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    Kurden, Bekämpfung, Terroristen, Verluste, Operation, Offensive, Recep Tayyip Erdogan, Iran, Russland, Türkei