13:15 17 August 2018
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    Kurdische Kämpfer aus der von USA unterstützten SDF-Armee schauen in Richtung Rakka

    Europäer kämpfen gegen Türkei in Afrin – Ankara kündigt Maßnahmen an

    © AP Photo / Syrian Democratic Forces
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    Die türkische Armee rückt im Norden Syriens gegen Positionen der kurdischen YPG-Milizen vor und stößt dabei auf heftigen Widerstand der Kurden und ausländischer Kämpfer. Der Ex-Vertreter der Türkei in der Nato, Ümit Pamir, hat Sputnik erklärt, wie Ankara gegen Söldner aus westlichen Staaten vorgehen will.

    Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters kämpfen zahlreiche Söldner aus den USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien auf Seiten der Kurden in den Reihen der SDF-Milz, die derzeit der türkische Armee in der nordsyrischen Stadt Afrin heftigen Widerstand leistet.

    „Ausländische Kämpfer, die gegen den Daesh (auch „Islamischer Staat“ (IS) genannt – Anm.d.Red.) in Rakka gekämpft haben und nun im Gebiet Deir ez-Zor kämpfen, wollen nach Afrin gehen“, bestätigte auch das Mitglied des SDF-Kommandos Redur Selil.

    Die Teilnahme westlicher Freiwilliger und Söldner am Kampf gegen die türkische Armee ist nicht ohne politische Brisanz, denn damit stehen sich im Prinzip Kämpfer aus verschiedenen Nato-Staaten gegenüber.

    Wie sich das im Endeffekt auf die Beziehungen innerhalb der Allianz auf politischer und menschlicher Ebene auswirken wird, ist im Moment nicht endgültig abzusehen.

    Verschiedene Optionen möglich

    Der Ex-Vertreter der Türkei in der Nato Ümit Pamir hat in einem Interview für Sputnik verschiedene Szenarien aufgezeigt, wie Ankaras Maßnahmen gegen die SDF-Kämpfer aus dem Westen aussehen könnten.

    Sollte beispielsweite die Türkei die Identitäten dieser Personen feststellen können, würde sie von den Herkunftsländern deren Festnahme nach ihrer Rückkehr nach Europa fordern, sodass sie nicht noch einmal nach Syrien reisen könnten.

    „Für die Türkei sind diese Menschen kämpfende Terroristen“, unterstreicht der Politiker.

    Eine dementsprechende Behandlung seitens anderer Nato-Staaten werde man daher auch erwarten. Ankara werde die Nato-Partner genauestens über diese Kämpfer informieren und deren Handlungen in diesem Zusammenhang betrachten.

    Sollte die Türkei selbst ausländische Kämpfer gefangen nehmen, könnte sie diese auch selbst vor Gericht stellen. Dies wäre absolut legitim, da diese Söldner „rechtswidrige Taten gegen den türkischen Staat“ unternommen hätten und daher nun auch vor türkischen Gerichten zur Verantwortung gezogen werden könnten, so Pamir.

    Ähnlich habe man es bereits beim Kampf gegen den IS getan.

    „Türkische Sicherheitskräfte haben regelmäßig ausländische Kämpfer festgenommen, die über die türkische Grenze nach Syrien gelangen wollten, schickten sie zurück und informierten die entsprechenden Staaten darüber“, sagte Pamir.

    Am 20. Januar hatte der türkische Generalstab die Militäroperation „Olivenzweig" angekündigt.

    Sie ist gegen kurdische Einheiten in der syrischen Stadt Afrin gerichtet, die von den USA unterstützt, aber von der Türkei als Terroristen eingestuft werden.

    Die türkischen Truppen werden dabei von der oppositionellen „Freien syrischen Armee" unterstützt.

    Damaskus verurteilte die türkischen Aktivitäten in Afrin entschieden –  Afrin sei ein untrennbarer Bestandteil Syriens. Moskau rief in diesem Zusammenhang alle betroffenen Parteien zu Zurückhaltung und Achtung der territorialen Integrität Syriens auf.

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    Tags:
    Kampf gegen den Terror, Terroristen, Kurden, Demokratische Kräfte Syriens (SDF), IS, kurdische Selbstverteidigungskräfte YPG, NATO, Ümit Pamir, Bashar al-Assad, Recep Tayyip Erdogan, Afrin, Deir ez-Zor, Türkei, Syrien, Deutschland, USA, Frankreich, Russland
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