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10:48 21 September 2019
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    Kohle (Symbolbild)

    Exportiert Russland heimlich nordkoreanische Kohle? – Kremlsprecher klärt auf

    © Sputnik / Alexandr Kryazhev
    Politik
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    Aus mehreren westlichen Geheimdienstquellen sind Meldungen über einen heimlichen Weiterverkauf nordkoreanischer Kohle durch Russland an andere Staaten unter Umgehung der UN-Sanktionen aufgetaucht. Der Kremlsprecher Dmitri Peskow sowie andere russische Politiker haben nun auf diese Anschuldigungen reagiert.

    Laut dem Kremlsprecher sind diese Anschuldigungen aus undurchsichtigen Quellen eine eindeutige Provokation.

    Bisher gebe es weder irgendwelche Beweise noch Anschuldigungen seitens offizieller Stellen wegen angeblicher Verletzungen der UN-Sanktionen.

    „Wir hören keine offiziellen Stellungnahmen hierzu. Russland ist ein verantwortungsbewusstes Mitglied der Uno, das die internationalen Regelungen einhält“, betonte Peskow.

    Dem stimmte auch Wladimir Dschabarow, Vizechef des Auswärtigen Ausschusses im russischen Föderationsrat (Oberhaus), zu.

    Diese Meldungen würden auf keiner ernsthaften Beweislage basieren und seien von den USA inspiriert. Der Grund sei dabei die Tatsache, dass Washington sichtbar unglücklich über die voranschreitende Annäherung zwischen Nord- und Südkorea sowie die allgemeine Entspannung rund um die koreanische Halbinsel sei.

    Washington sei nämlich an einer Deeskalation schlichtweg nicht interessiert.

    „Das hängt mit dem begonnen Dialog zwischen Pjöngjang und Seoul zusammen. Washington ist absolut nicht an diesem Dialog interessiert (…). Daher kommen die Versuche der USA, den Druck auf Pjöngjang auszubauen und Seoul zu verschrecken“, erklärte Dschabarow.

    Einfuhren von Kohle aus Nordkorea würden zudem auf keiner logischen Grundlage basieren, da Russland selbst Kohle in Übermengen besitze und nicht wisse, „wohin damit“.

    Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters Meldungen von nicht näher genannten Quellen aus westlichen Geheimdienstkreisen verbreitet, Nordkorea verkaufe über Russland Kohle weiter nach Südkorea und Japan, was eine Verletzung der UN-Sanktionen wäre.

    Die Situation auf der koreanischen Halbinsel verschlechterte sich im Jahr 2017 dramatisch, nachdem Nordkorea eine Reihe von Raketenstarts sowie einen Atomtest durchgeführt hatte. Im Dezember verhängte der UN-Sicherheitsrat neue internationale Sanktionen gegen das Land.

    Dennoch hatte es zuletzt signifikante Fortschritte in den Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea gegeben, nachdem die beiden Staaten den direkten Dialog wieder aufgenommen haben.

    Pjöngjang und Seoul einigten sich unter anderem auf den gemeinsamen Einmarsch ihrer Sportler bei den Olympischen Spielen 2018, ein gemeinsames Frauen-Eishockeyteam bei diesen Spielen sowie zahleiche gemeinsame Kulturveranstaltungen, Sportevents und Trainings sowohl in Süd- als auch in Nordkorea.

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    Tags:
    Verletzung der Sanktionen, Kohle, Export, Import, Sanktionen, Uno, Wladimir Dschabarow, Dmitri Peskow, Pjöngjang, Seoul, Japan, Südkorea, Nordkorea, Russland, China