17:29 22 Februar 2018
SNA Radio
    A protester wears a skull face mask during a protest against Israel's military action in the Gaza Strip, in Mexico City, Saturday, Aug. 9, 2014.

    Schuld haben die anderen – israelischer Wissenschaftler antwortet auf UN-Kritik

    © AP Photo/ Christian Palma
    Politik
    Zum Kurzlink
    2665

    Israels aggressive Politik im Inland und auf palästinensischen Territorien führt zu einer immer schärferen Kritik. In der UN-Sitzung am Dienstag warf ein Vertreter von Südafrika Israel gar ein „Apartheid-Regime“ vor. Ein Wissenschaftler vom Forschungsinstitut für nationale Sicherheit in Tel Aviv hat Sputnik seine Sicht auf die UN-Kritik dargelegt.

    Israel scheint sich durch seine Politik immer weiter in der internationalen Arena zu isolieren. Am Dienstag warf ein Vertreter von Südafrika dem Land ein „Apartheid-Regime“ vor – also staatlich festgelegte und organisierte rassistische Zwei-Klassen-Gesellschaft, ähnlich wie es im 20. Jahrhundert etwa 50 Jahre lang in Südafrika bestanden hatte.

    Tel Aviv missachte offensichtlich internationale Menschenrechte, so das harte Urteil des Südafrikaners.

    Mark Heller, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für nationale Sicherheit in Tel Aviv, hält von diesen Anschuldigungen allerdings nichts und schmetterte sie ab.

    Der UN-Menschenrechtsrat stelle kein allzu seriöses Gremium dar.

    Es sei eine Nachfolgeorganisation der UN-Menschenrechtskommission, die „übrigens selbst vor einigen Jahren wegen Heuchelei und Korruption“ abgeschafft worden wäre.

    Betrachte man die historische Zusammensetzung des Rates, so seien die Mehrheit davon „keine Vertreter von besonders repräsentativen Regierungen“.

    „Ich denke, dass, wenn Menschen die Aufmerksamkeit von sich selbst ablenken wollen, so versuchen sie diese auf etwas anderes zu lenken. Außerdem ist es eine unnütze, billige Rhetorik“, so Heller über die Kritik an Israel.

    Generell könne die Arbeit des UN-Menschenrechtsrates im Zusammenhang mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt vernachlässigt werden, da „sein Beitrag zur friedlichen Beilegung gleich null“ sei.

    Was die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump angehe, Jerusalem als Hautstadt Israels offiziell anzuerkennen, so sehe man zudem recht unterschiedliche Reaktionen.

    „Natürlich, die Palästinenser regen sich immer noch sehr über dieses Ereignis auf und sind daran interessiert, die Unzufriedenheit mit diesem amerikanischen Schritt  zur politischen Mobilisierung zu nutzen“, erklärte der Wissenschaftler aus Tel Aviv.

    Die Reaktion der meisten arabischen Länder sei dagegen „eher formal als ehrlich“. Es habe sie nämlich nicht gestört, „weiterhin beidseitig profitable Beziehungen mit den Vereinigten Staaten oder gar mit Israel zu unterhalten“.

    „Ich denke, dass diese Menschen zu viel Aufmerksamkeit Worten entgegenbringen“, so Heller abschließend.

    Zum Thema:

    Israel: Rabbiner schützen Flüchtlinge vor Abschiebung – zu Ehren Anne Franks
    Israel vernichtet Geheimtunnel unter Grenzübergang zum Gaza-Streifen
    Israel führt Luftschlag gegen Gaza-Streifen
    Israel: Messerattacke auf Neffen des französischen Premierministers
    Israel fliegt Angriffe gegen Assads Armee in Syrien
    Tags:
    Menschenrechte, Kritik, Israelis, Araber, Proteste, Palästinenser, Zwei-Klassen-Gesellschaft, Apartheid, Uno, UN-Menschenrechtskommission, UN-Menschenrechtsrat, Forschungsinstitut der nationalen Sicherheit in Tel Aviv, Mark Heller, Donald Trump, Südafrika, Palästina, USA, Washington, Tel-Aviv, Jerusalem, Israel
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren