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    Flüchtlinge im Mittelmeer (Archiv)

    Israel: Jagd auf Flüchtlinge nun erlaubt?

    © REUTERS / Giorgos Moutafis
    Politik
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    Die israelische Migrationsbehörde sucht Freiwillige, die als „Migrations-Inspektoren“ bereit sind, „eine Aufgabe von nationaler Wichtigkeit“ zu erledigen, geht aus einer von der Behörde veröffentlichten Anzeige hervor.

    Die Inspektoren sollen selbständig ab März 2018 illegale Migranten aufspüren, überprüfen und festnehmen. Darüber hinaus will die Migrationsbehörde gegen solche Arbeitnehmer vorgehen, die illegale Flüchtlinge als Arbeitskräfte anstellen. 

    Laut der Behörde besteht ein Bedarf von 100 Inspektoren, 70 von ihnen sollen aber nur kurzfristig als „ausführende Kräfte“ angestellt werden. Die Bürger, die sich bewerben, können einen Bonus von bis zu 30.000 Schekel (umgerechnet rund 7000 Euro) erhalten.    

    Vor einigen Wochen hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu angekündigt, Israel werde den illegalen Einwanderern aus Afrika ein Flugticket, Reiseunterlagen und 3.500 US-Dollar (umgerechnet rund 2900 Euro) geben, damit sie das Land freiwillig verlassen. Andernfalls würden sie in Israel ab Ende März festgenommen werden.     

    Mehrere israelische Wissenschaftler und Schriftsteller sowie Rabbiner kritisierten die Pläne der Regierung scharf und traten gegen Massenabschiebungen auf. Sie behaupteten, das Land habe keine Probleme mit Flüchtlingen und keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten, sie aufzunehmen, unterzubringen und mit Arbeit zu versorgen.

    Nach Angaben der Vereinten Nationen befinden sich in Israel 27.500 Flüchtlinge aus Eritrea und 7.800 aus dem Sudan, die vor dem Krieg geflohen waren. Die israelischen Behörden bezeichnen sie jedoch als „Eindringlinge“ und gehen davon aus, dass die meisten von ihnen Wirtschaftsmigranten sind.

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    Tags:
    Behörden, Freiwillige, Abschiebung, Migranten, Flüchtlinge, Uno, Benjamin Netanjahu, Afrika, Eritrea, Sudan, Israel
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