15:42 23 April 2018
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    Von Praktikant kreiert? - Experten trachten nach Logik hinter Kreml-Liste der USA

    © AFP 2018 / MANDEL NGAN
    Politik
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    Nach der Veröffentlichung der sogenannten „Kreml-Liste“ durch die USA versuchen Experten dahinterzukommen, nach welchem Prinzip die zuständigen US-Behörden die betroffenen Personen auserkoren haben. Der Liste fehlt laut Iwan Timofejew vom Russischen Rat für Internationale Angelegenheiten jede Logik.

    „Es scheint, als ob die Liste von einem Praktikanten erstellt wurde, der die Seite kremlin.ru geöffnet und die Namen russischer Milliardäre aus der Forbes-Liste genommen hat“, kritisiert Timofejew. „Es wurde irgendeine Strategie, eine Logik erwartet. In der Tat gibt es keine.“ 

    Es sei beispielsweise unklar, aus welchem Grund die Kinderrechtsbeauftragte Anna Kusnezowa und der Chef des Menschenrechtsrates beim russischen Präsidenten, Michail Fedotow, in die Liste eingetragen worden seien. Es sei absolut unverständlich, was diese Personen mit Oligarchen und denjenigen zu tun hätten, die aus Sicht der Amerikaner mit der Situation in der Ukraine verbunden sein sollen. „Es gibt sehr viele Fragen zu der Kompetenz derjenigen, die diese Liste erstellten.

    Auch die russische Ausgabe der Zeitschrift „Forbes“ schreibt unter Berufung auf einen Experten des Beratungsunternehmens „Paragon Advice Group“, Alexander Sacharow, dass die US-Behörden beim Erstellen der Liste öffentliche Quellen genutzt hätten. 

    „Viele scherzten, dass die Vertreter der US-Staatsbehörden die Kandidatensuche via Google endlich mal ernstgenommen haben“, sagte Sacharow.

    Diejenigen Medien, die zu den unabhängigen Informationsquellen gehören, spielen ihm zufolge eine bedeutsame Rolle bei der Vorbereitung der Sanktionspolitik. Dabei betonte der Experte, dass die Liste keine Rechtsvorschrift sei, deswegen sei es unmöglich, sie im Gericht anzufechten.

    Außerdem bedeute die Aufnahme in die Liste keine automatischen Sanktionen gegen die betroffenen Personen – darüber stimme ja der US-Kongress ab. Und trotzdem sei diese Liste ein Zeichen für alle US-Unternehmen und Banken. Die Kooperation mit allen in der Liste angeführten Personen würde nicht nur von US-Firmen, sondern gewiss auch von europäischen Unternehmen als Risikofaktor wahrgenommen.

    Laut Timofejew könnte die Liste zum Ziel haben, die Geschäftswelt und die politische Elite des Landes gegen Präsident Wladimir Putin zu vereinen. Die Sanktionen wie auch die Publizierung der Liste sollen die Außenpolitik Russlands beeinflussen, ist der Experte überzeugt.

     

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    Tags:
    Logik, Oligarchen, Milliardäre, Personen, Druck, Einfluss, Liste, Sanktionen, Forbes, USA, Russland
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