14:14 17 Oktober 2018
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    WADA-Labor mit Doping-Tests (Archiv)

    „Er gehörte in den Knast“: Putin nennt Wada-Kronzeugen Rodtschenkow „Penner“

    © REUTERS / Christinne Muschi
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    Wladimir Putin hat den Wada-Kronzeugen im Doping-Skandal, Grigori Rodtschenkow, einen „Penner“ genannt, der ins Ausland geholt worden sei. Man hätte ihn laut dem russischen Präsidenten seinerzeit hinter Gitter bringen sollen. Putin erinnerte zudem an die Selbstmord-Versuche des ehemaligen Rusada-Chefs.

    „Nun haben sie diesen Penner Rodtschenkow“, sagte Putin am Dienstag mit Blick auf die USA. „Hören Sie, der Mann hat doch offensichtlich Probleme mit dem Gesetz. Er sagt doch selbst, dass er rechtswidrige Tätigkeiten getrieben habe. Man hätte ihn ins Gefängnis schicken sollen.“ Stattdessen sei er aber zum Leiter des russischen Anti-Doping-Labors (Rusada) ernannt worden.

    Der russische Staatschef erinnerte an die Suizidversuche des Wada-Whistleblowers: „Möge ihm Gott Gesundheit geben und ihn wirklich genesen lassen. Aber das sagt doch einiges über seine Probleme aus.“ Die ganzen Staatsdoping-Vorwürfe beruhen laut Putin auf einer Aussage dieses Menschen. Es sei fraglich, ob man ihm denn vertrauen könne.

    Putin räumte zugleich ein, dass es in Russland tatsächlich Dopingfälle gegeben habe. Doch in anderen Ländern werde das Thema bei Weitem nicht so breitgetreten.

    „Fälle von Doping hat es (in Russland – Anm. d. Red.) tatsächlich gegeben“, so Putin. „Doch solche Beispiele gibt es überall auf der Welt, sie werden nur nicht so hervorgehoben und so breitgetreten im Rahmen eines innenpolitischen Kampfes eines Landes.“

    Putin kommentierte weiter die Vorwürfe gegen russische Sportler und den Olympia-Ausschluss: „All das ist natürlich sehr traurig. Aber der Weltsport und die olympische Bewegung dürfen auf keinen Fall in den Hinterhof einer dreckigen Politküche verwandelt werden.“

    Zugleich versicherte der russische Präsident, sein Land werde weiterhin mit internationalen Sportorganisationen zusammenarbeiten. „Ob wir mit internationalen Organisationen zu arbeiten brauchen? Natürlich, und das werden wir auch tun.“

    Vor etwa zwei Jahren hatte „The New York Times“ Aussagen des ehemaligen Chefs der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada, Grigori Rodtschenkow, über ein angebliches „Doping-System“ in Russland veröffentlicht, auf deren Grundlage später Berichte der Welt-Anti-Doping Agentur (Wada) erstellt wurden. Später leitete das russische Ermittlungskomitee ein Strafverfahren gegen Rodtschenkow ein, der sich in die USA abgesetzt hatte. Nach Angaben des Komitees hatte Rodtschenkow in seiner Zeit als Sportfunktionär selbst verbotene Substanzen unter Sportlern verbreitet.

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    Tags:
    Olympische Spiele, Doping, Welt-Antidoping-Agentur (WADA), Grigori Rodtschenkow, Wladimir Putin, USA, Russland