21:14 23 April 2018
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    Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin

    Nach Kreml-Bericht: Putins Sprecher über „unberechenbares Visavis“ und „Tauwetter“

    © Sputnik / Natalya Seliverstova
    Politik
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    Washington demonstriert mit seinem sogenannten „Kreml-Bericht“ laut dem Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, Unberechenbarkeit. Moskau solle in dieser Situation konzentriert bleiben und aus eigenen Interessen agieren.

    „Sie können wahrscheinlich selbst die gestrigen Erklärungen aus Washington leicht analysieren: Im Text des Dokumentes (des sogenannten ,Kreml-Berichtsʻ – Anm. d. Red.) heißt es, dass dieser keine Restriktionen und Sanktionen bedeute; weiter verlauten offizielle Erklärungen, dass dies der Anfang von Sanktionen sei, dann gegenteilige Worte, und so weiter“, so Peskow am Mittwoch gegenüber der Presse.

    „Deswegen haben wir es leider mit unberechenbaren Partnern zu tun und vor dem Hintergrund so einer Unberechenbarkeit müssen wir natürlich die Konzentration bewahren und zumindest im Einklang mit jenem Verständnis agieren, was wir wollen. Darüber hat gestern der Präsident gesprochen; in diesem Fall muss man vor allem das tun, was unseren eigenen Interessen entspricht.“

    Darüber hinaus kommentierte der Kreml-Sprecher die Berichte, laut denen ein hochrangiger US-Beamter die Kreml-Liste im letzten Moment vor der Veröffentlichung noch korrigiert habe: Es sei „völlig unwichtig, wer dort versucht haben soll, etwas in dieser Liste zu ändern, im Großen und Ganzen ist es keine Angelegenheit der russischen Seite, sich mit solchen Mutmaßungen zu beschäftigen.“

    „Bedauerlicherweise haben wir es mit einem äußert unberechenbaren Visavis zu tun; in diesem Fall gibt es in diesem Vorgehen sehr viel Unstimmigkeit und Unberechenbarkeit“, erläuterte Peskow.

    „Hier geht es, worauf gestern schon der Präsident verwiesen hat, um einen offenbar unfreundlichen, eher feindlichen Akt gegenüber unserem Land. Nun, das ist jedenfalls die Quintessenz davon, wie diese Veröffentlichung hier wahrgenommen wird.“

    Ferner kommentierte Peskow gegenüber Journalisten die jüngsten Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump, wonach Russland und China die Interessen, die Wirtschaft und die Werte der USA herausfordern würden. Der Kreml-Sprecher sagte, dass nun in Bezug auf die bilateralen Beziehungen zwischen Washington und Moskau solche Wörter wie „Tauwetter“ oder „Perspektiven des Tauwetters“ kaum verwendet werden könnten.

    Das US-Finanzministerium hatte am Dienstag den sogenannten „Kreml-Bericht“ veröffentlicht. Darin sind 114 Politiker sowie Beamte und 96 Geschäftsleute erwähnt.

    Auf der Liste stehen unter anderem der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Dmitri Peskow, der Chef der Kreml-Administration, Anton Waino, und der Berater des russischen Staatschefs, Wladislaw Surkow. Betroffen sind auch Geschäftsleute wie Alischer Usmanow, Roman Abramowitsch, der Gründer des IT-Sicherheitsunternehmens Kaspersky Lab, Jewegeni Kasperski, der Chef des russischen Erdölkonzerns Rosneft, Igor Setschin, und Gazprom-Chef Alexej Miller.

    Generalstabschef Waleri Gerassimow, Außenminister Sergej Lawrow sowie Premier Dmitri Medwedew stehen ebenfalls auf dieser Liste.

    Der Bericht enthält auch die Namen von sogenannten Oligarchen, unter denen das US-Finanzministerium russische Unternehmer versteht, deren Eigentum mindestens eine Milliarde US-Dollar beträgt.

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    Tags:
    Interessen, Partner, Kreml-Liste, Donald Trump, Dmitri Peskow, Wladimir Putin, USA, Russland
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