04:09 21 April 2018
SNA Radio
    US-Außenminister Rex Tillerson (Archiv)

    Tillersons Südamerika-Reise hat nur ein Ziel: Staatsstreich in Venezuela - Diplomatin

    © AP Photo / Carolyn Kaster
    Politik
    Zum Kurzlink
    0 1399

    Die Südamerika-Reise des US-Außenministers Rex Tillerson verfolgt nichts anderes als die Absicht, den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro zum Sturz zu bringen. Diese Meinung äußerte die Ex-Botschafterin Argentiniens in Venezuela und in Großbritannien, Alicia Castro, im Gespräch mit Sputnik.

    Aus entsprechenden Papieren geht laut Castro hervor, dass die USA einen Plan zur Absetzung der venezolanischen Regierung hätten. Und Tillersons Reise ziele auf die Umsetzung dieses Plans ab. Dabei gehe es vor allem um die Übernahme

    des venezolanischen Erdöls.

    „Das offizielle Kommuniqué legt die Prioritäten der USA in der Region fest, und daraus wird klar, dass es ein rein imperialistischer Plan ist“, so Castro.

    Venezuela sei eine der Prioritäten der US-Außenpolitik, was in offiziellen Dokumenten bekräftigt werde.

    Castro verwies darauf, dass die USA 2017 einen „zweistufigen Umsturz“ in Caracas versucht hätten. Dazu habe Washington einerseits Menschen mit einem Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten zur Verzweiflung zu bringen versucht. Andererseits hätten die USA die Unzufriedenheit in der Gesellschaft angeheizt, um das klassische Volksaufstand-Szenario in die Tat umzusetzen. Das Letztere sei ihnen aber nicht gelungen.

    Am Donnerstag hat Tillersons Reise in den Süden begonnen. Er soll Mexiko, Argentinien, Peru, Kolumbien und Jamaika besuchen. Im Mittelpunkt steht aber Venezuela. Tillerson will sich laut Castro mit den Botschaftern der lateinamerikanischen Länder in Venezuela treffen, um die mit Caracas Unzufriedenen zusammenzubringen und sie dazu zu überreden, die kommenden Wahlen im Lande als ungültig anzuerkennen.

    Die Ex-Botschafterin bezeichnete das als unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten Venezuelas. Auch die Erklärung Tillersons, er wolle sich für die Sicherheit in Südamerika einsetzen, hält sie für sehr sonderbar. Denn es sei „sehr schwer vorzustellen, dass jemand bei der Förderung der Sicherheit die USA als Partner wählen würde“. Es sei für niemanden ein Geheimnis, dass Washington in alle Staatsstreiche in Lateinamerika verwickelt gewesen sei. US-Ausbilder hätten zudem den lokalen Militärs Folter- und Spionagemethoden beigebracht.

    Die Diplomatin verwies in dem Gespräch zudem auf die von den USA verursachte desolate Lage in Afghanistan, Libyen, Syrien und im Irak, wo Hunderttausende Menschen ihres normalen Lebens beraubt worden seien. Das habe wiederum die schlimmste Migrationskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verursacht.

    „Wer wünscht sich denn so einen Sicherheitspartner?“, fragt die Diplomatin.

     

    Tags:
    Staatsstreich, Reise, Rex Tillerson, Venezuela, Lateinamerika