18:52 23 Oktober 2018
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    „Wir haben drei Kugeln für dich“: Griechischer Außenminister bekommt Drohbrief

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    Politik
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    Der griechische Außenminister Nikos Kotzias hat einen Drohbrief erhalten. Der Minister und seine Behörde haben schon eine Erklärung für solche Art von Drohungen parat.

    „Einige bestimmte Systeme sowie die Presse und TV-Sender verleumden mich seit vielen Jahren. Sie haben Sorgen damit, dass ich nicht eindämmbar bin. Sie stiften zu Bedrohungen meiner körperlichen Unversehrtheit und meines Lebens an", schrieb Kotzias auf Twitter. Er erwarte, dass die größte oppositionelle Partei „Neue Demokratie" und die Heilige Synode diese Drohung verurteilen würden.

    Zuvor hatte der Minister für Zivilschutz, Nikos Toskas, der für die Arbeit der Polizei verantwortlich ist, gegenüber dem TV-Sender ERT mitgeteilt, in dem Drohbrief heiße es unter anderem: „Wir haben drei Kugeln für dich". Die Polizei habe die Drohungen ernst genommen und leitete Ermittlungen zu dem Fall ein. Griechische Minister hätten auch zuvor derartige Drohungen bekommen, so Toskas.

    Die im Brief enthaltenen Drohungen seien unter anderem auf den Namensstreit zwischen Griechenland und der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien zurückzuführen, hieß es aus dem Außenministerium: „Das sind allgemeine Drohungen. Wir glauben, dass sie unter anderem mit den Versuchen des Ministers verbunden sind, dieses Problem zu lösen", sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

    Allerdings gebe es auch andere Gründe, so der Sprecher: „Der Minister wird überhaupt verleumdet, eine negative Atmosphäre wird um ihn herum geschaffen",  sagte er.

    Griechenland tritt gegen das Wort „Mazedonien" im Namen seines nördlichen Nachbarlandes auf, damit dieses nicht mit der gleichnamigen nordgriechischen Region verwechselt wird. Die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien will über ihren Namen in einer Volksabstimmung entscheiden.

    Im Mai 2017 war der ehemalige griechische Ministerpräsident Lucas Papademos bei der Explosion einer Briefbombe verletzt worden. Im Oktober gab die Anti-Terror-Abteilung der griechischen Polizei die Festnahme eines mit einer anarchistischen Terrororganisation verbundenen 29-Jährigen bekannt, der des Anschlags auf den Ex-Premier verdächtigt wird. Der verhaftete Mann soll auch im März 2017 Paketbomben an den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble und in die Büros der EU und des Internationalen Währungsfonds geschickt haben. Bei der Explosion einer Postsendung war eine Mitarbeiterin in einem IWF-Büro in Paris verletzt worden.

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    Tags:
    Brief, Drohung, Nikos Kotzias, Nikos Toskas, Mazedonien, Griechenland