14:02 23 Juli 2018
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    Holocaust-Gedenktag in Polen (Archivbild)

    Für Holocaustforschungen: Warschau lädt Historiker aus Deutschland und Israel ein

    © AP Photo / Alik Keplicz
    Politik
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    Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat am Freitag Historiker aus Deutschland und Israel nach Polen eingeladen, damit sie die Geschichte des Holocausts erforschen könnten. Diese Einladung hat Morawiecki vor dem Hintergrund der heftigen Debatte über das umstrittene polnische KZ-Gesetz ausgesprochen.

    „Ich möchte Historiker aus Israel, Deutschland und anderen Ländern nach Polen einladen, damit sie erforschen können, was im Zweiten Weltkrieg passiert war“, sagte Morawiecki, als er das Museum für die Polen, die während des Zweiten Weltkrieges Juden gerettet haben, besuchte.

    Morawiecki unterstrich dabei nochmals, Polen trage keine Verantwortung für den Holocaust.

    Der polnische Senat (Parlamentsoberhaus) hatte am Mittwoch das Gesetz über das Institut für Nationales Gedenken verabschiedet, das unter anderem eine strafrechtliche Verfolgung für Behauptungen, dass Polen im Zweiten Weltkrieg mit den Nazis zusammengearbeitet hätten, vorsieht. Das Gesetz muss jetzt noch der polnische Präsident Andrej Duda unterzeichnen, damit es in Kraft tritt.

    Das Gesetz hat in Israel sowie in der Ukraine und in den USA heftige Kritik ausgelöst. In Tel-Aviv wird befürchtet, das Gesetz könnte dazu missbraucht werden, um die Rolle von Polen bei Verbrechen gegen Juden während des Holocaust zu leugnen. Die Ukraine kritisiert Polen dafür, dass das Gesetz die Leugnung der Verbrechen, die von „ukrainischen Nationalisten und Mitgliedern der ukrainischen Formationen, die mit dem Dritten Reich kooperierten“ verübt wurden, unter Strafe stellt.

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    Tags:
    Verabschiedung, Gesetz, Einladung, Historiker, Geschichte, Holocaust, Mateusz Morawiecki, Israel, Deutschland, Polen
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