08:56 16 Juli 2018
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    Halbinsel Krim (Symbolbild)

    „Talsohle der Adäquatheit“: Expertin zu Kiews Drohungen gegen deutsche Unternehmen

    © Sputnik / Aleksey Pavlishak
    Politik
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    Die jüngsten Drohungen des ukrainischen Außenministers Pawel Klimkin gegen die auf der Krim tätigen deutschen Unternehmen hat die russische Politologin Natalja Makejewa in einem Interview für Sputnik kommentiert. Außerdem hat sie sich zu den Vorwürfen seitens des ukrainischen Botschafters in Deutschland Andrej Melnik geäußert.

    „Die ukrainischen Politiker erreichen erneut die Talsohle aller möglichen Adäquatheit“, sagte Makejewa, stellvertretende Leiterin des Zentrums für geopolitische Gutachten, im Sputnik-Gespräch. „Besonders betrifft dies die Maßnahmen gegen die Unternehmen, die auf der Krim tätig sind. Ich bin der Ansicht, dass man darauf keine Aufmerksamkeit lenken sollte“.

    „Wir sehen, dass in Europa vernünftige Kräfte aufwachen, die beginnen, eine echte souveräne Politik zu betreiben – im Interesse ihrer Länder und im Interesse der EU, nicht im Interesse der USA, wie es bis zu einem bestimmten Zeitpunkt war“, so die Expertin weiter. „Diese Tendenz ist sehr erfreulich, und man kann dies nur begrüßen“.

    Zuvor hatte der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrej Melnik, gegenüber der Funke-Mediengruppe erklärt, dass ein möglicher Abbau der Russland-Sanktionen einen „Verrat an der Ukraine“ bedeuten werde.

    Der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin hatte außerdem in einem Interview für die „Rheinische Post“ erklärt, die Ukraine bereite Maßnahmen gegen diejenigen deutschen Unternehmen vor, die auf der Krim trotz der EU-Sanktionen gegen Russland tätig seien. „Uns steht eine breite Palette rechtlicher Mechanismen zur Verfügung, derer wir uns bedienen können. Wir sind gerade dabei, eine ausgewogene Lösung zu finden“, so Klimkin.

    Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (Archivbild)
    © AFP 2018 / DPA/ Bernd von Jutrczenka
    Ende Januar hatten sich die ostdeutschen Ministerpräsidenten gegen die antirussischen Sanktionen ausgesprochen. Der Regierungschef von Sachsen-Anhalt Reiner Haseloff (CDU) sei der Meinung, dass die Sanktionen ihr Ziel nicht erreicht hätten. Er bezeichnete sie als wirkungsloses Instrument.

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen hatten sich wegen der Situation auf der Krim und in der Ukraine verschlechtert. Ende Juli 2014 waren die EU und die USA von Einzelsanktionen gegen Privatpersonen und Unternehmen zu einschränkenden Maßnahmen gegen ganze Sektoren der russischen Wirtschaft übergegangen. Russland verbot im Gegenzug die Einfuhr von Lebensmitteln aus den USA, den EU-Ländern, Kanada, Australien und Norwegen.

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    Tags:
    Maßnahmen, Sanktionen, Unternehmen, Drohung, Andrej Melnik, Pawel Klimkin, Natalja Makejewa, Krim, Ukraine, Deutschland, Russland
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