18:42 15 Oktober 2018
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    US-Flaggen: Neue Prioritäten in der amerikanischen Atomwaffenpolitik?

    Neue US-Atomwaffendoktrin: Pentagon nennt Bedingungen für Atomwaffeneinsatz

    © AFP 2018 / TIMOTHY A. CLARY
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    Das Pentagon hat am Freitag die neue US-Atomwaffendoktrin veröffentlicht und Bedingungen für den Einsatz der Atomwaffen genannt. Laut Washington stellen vor allem Nordkorea, China und Russland dabei eine „besondere Bedrohung“ dar.

    Demnach würde Washington seine Atomwaffen nur unter "äußersten Umständen einsetzen". Gleichzeitig sind diese "Umstände" relativ breit formuliert und beinhalten auch konventionelle Angriffe nicht nur auf die USA, sondern auch auf "Verbündete und Partner".

    "Die Atomwaffendoktrin unterstreicht, dass 'die Vereinigten Staaten den Einsatz von Atomwaffen in Notfallsituationen in Erwägung ziehen können, um ihre vitalen Interessen sowie Verbündete und Partner zu schützen'", erklärte der amerikanische Vize-Verteidigungsminister Patrick Shanahan.

    Die "äußersten Umstände" könnten dabei auch etwa einen "größeren nicht-atomaren strategischen Angriff" implizieren, so der Pentagon-Vertreter.

    Eine "besondere Bedrohung" für die amerikanischen Interessen sieht Washington dabei von Nordkorea, China und Russland im asiatisch-pazifischen Raum aufkommen.

    "Nordkorea, China und Russland sind eine besondere und komplexe Bedrohung für unsere Verbündeten und unsere Interessen in der asiatisch-pazifischen Region", heißt es in dem Dokument.

    Mit besonderer Sorge scheint Washington das sich verändernde atomare Gleichgewicht in der Welt zu betrachten.

    "Während die USA ihre Atomwaffen immer weiter reduzieren, bewegen sich andere Staaten, einschließlich Russland und China, in die entgegengesetzte Richtung.

    Sie haben ihre Arsenale mit neuen Atomwaffengattungen aufgestockt und haben die Rolle der nuklearen Streitkräfte in ihren Strategien und Planungen verstärkt", betont die neue US-Doktrin.

    Gerade Russland kehre zunehmend zu der Politik einer Weltmacht zurück, wovon die rasante Mondernisierung der Atomstreitkräfte, die neuen offensiveren Militärstrategien und die angebliche "Annexion" der Halbinsel Krim zeugen würden.

    Als besonders unberechenbar schätzt Washington zudem das Agieren von Nordkorea in der internationalen Politik ein — es sei eine "eine dringende und unvorhersehbare Bedrohung für die Vereinigten Staaten, ihre Verbündeten und Partner".

    Pjöngjangs Atom- und Raketenprogramm entwickle sich extrem schnell, bereits in "einigen Monaten" könnte das Land in der Lage sein, einen Atomschlag gegen US-amerikanisches Territorium auszuführen, so die Prognose der neuen Doktrin der US-Regierung.

    „Nordkorea hat die provokativen Versuche beschleunigt, Atomwaffen und Raketenfähigkeiten zu bekommen sowie hat konkrete Androhungen ausgesprochen, Atomwaffen gegen die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten in der Region einzusetzen", heißt es in dem Dokument.

    In den letzten Jahren habe Nordkorea seine Raketentests erheblich ausgeweitet, darunter Tests von Interkontinentalraketen, die bald in der Lage sen könnten, "das Territorium der Vereinigten Staaten zu erreichen".

    Schließlich spricht die neue US-Atomwaffendoktrin auch die Rolle des Iran im Nahen Osten an. Teheran versuche, seinen Einfluss in der Region auszubauen, und würde dadurch direkt Verbündete und Partner der Vereinigten Staaten bedrohen.

    "Der Iran betrachtet den Einfluss der USA im Nahen Osten als die größte Herausforderung für sein Ziel, sich als die dominierende regionale Macht aufzustellen", heißt es in der neuen Doktrin.

    Das Land wolle seinen Einfluss auf die Nachbarländer verstärken und so dem Einfluss der USA entgegenwirken. Genau dies würde direkt die Verbündeten und Partner der USA treffen, so die Einschätzung aus Washington.

    /NG

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    Tags:
    Atomtest, Raketentests, Raketenprogramm, Atomprogramm, Interkontinentalrakete, Doktrin, Geopolitik, Strategisches Gleichgewicht, Gleichgewicht, Atomwaffendoktrin, Atomwaffen, Peking, Moskau, Pjöngjang, asiatisch-pazifische Region, Iran, Nordkorea, China, Russland, Washington, USA