16:08 24 April 2018
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    Atomwaffeneinsatz (Symbolbild)

    „Russland wird sich verteidigen“ – Sicherheitspolitiker zu neuer US-Atomwaffendoktrin

    CC0 / Pixabay
    Politik
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    Der Grundgedanke der neuen US-Atomwaffendoktrin ist der vereinfachte Einsatz von Nuklearwaffen auch als Reaktion auf konventionelle Angriffe. Laut dem Vizechef des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses im russischen Föderationsrat, Franz Klinzewitsch, bringt das die Welt noch näher an einen neuen realen Atomwaffeneinsatz.

    Die neue US-Atomwaffendoktrin könnte zu einem erneuten amerikanischen Einsatz von Atomwaffen führen, wie Washington es einst gegen die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki getan habe, so der russische Sicherheitspolitiker.

    „Die ganze Welt erinnert sich an Hiroshima und Nagasaki. Die amerikanische Nukleardoktrin verbietet es nicht, dies zu wiederholen, und genau das macht am meisten Sorgen", unterstrich der Politiker am Samstag.

    Die neue Doktrin schlage zudem eindeutig den Weg der Konfrontation ein, gerade mit Russland werde anstelle von Kooperation auf eine gefährliche Rivalität gesetzt.

    US-Atomwaffeneinsatz in Nagasaki, 1945 (Archivbild) - Wiederholung nun möglich?
    © AFP 2018 / US AIR FORCE
    US-Atomwaffeneinsatz in Nagasaki, 1945 (Archivbild) - Wiederholung nun möglich?

    „Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte, dass die Vereinigten Staaten (…) auf den Zusammenbruch des strategischen Gleichgewichts der Kräfte in der Welt zu ihren Gunsten setzen“, erklärte Klinzewitsch.

    Russland werde dabei als der Hauptschuldige dafür dargestellt, dass Washington nun seine Atomwaffen aufstocken wolle.

    Dabei hätten die Amerikaner selbst den Dialog mit Russland über die nuklearen Gefahren abgebrochen und Russland angeblicher Verletzungen verschiedener internationaler Abkommen beschuldigt.

    Die Initiative der Vereinigten Staaten, mehr Militärbasen in Osteuropa aufzubauen, werde dabei eine angemessen Antwort Russlands nach sich ziehen.

    „Russland wird gezwungen sein, sich gegen diese Bedrohungen zu verteidigen“, betonte der Politiker.

    Insgesamt sei die neue US-Doktrin aber vor allem eine Reaktion auf die sich verändernde globale Politik mit neuen Kräfteverhältnissen.

    Das Prinzip, dass ein Staat die globale Politik dominieren könnte, sei spätestens jetzt zu hinterfragen, so der Sicherheitsexperte.

    Das Pentagon hatte am Freitag die neue US-Atomwaffendoktrin veröffentlicht und Bedingungen für den Einsatz von Atomwaffen genannt. Laut Washington stellen vor allem Nordkorea, China und Russland eine „besondere Bedrohung“ dar.

    /NG/GS

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    Tags:
    Internationale Abkommen, Sicherheitsexperte, Atomwaffendoktrin, Strategisches Gleichgewicht, Nuklearprogramm, Internationale Beziehungen, Militärbasen, Gefahren, Amerikaner, Nuklearkrieg, Geopolitik, Kooperation, Konfrontation, Atomwaffen, Verteidigungs- und Sicherheitsausschuss, Föderationsrat, Franz Klinzewitsch, Osteuropa, Hiroshima, Nagasaki, Japan, Nordkorea, USA, Washington, Russland, China
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