19:33 14 August 2018
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    Erdkampfflugzeug Su-25SM

    Syrien: Warum ließ sich russische Su-25 abschießen? Experte klärt auf

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    Russischer Su-25-Kampfjet in Idlib abgeschossen (17)
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    Einen Tag nach dem Abschuss eines russischen Erdkampfflugzeugs vom Typ Su-25 über der syrischen Region Idlib erklärt ein namhafter Militärexperte in einem Sputnik-Gespräch, warum der tödliche Vorfall möglich geworden ist.

    Der russische Pilot sei offenbar in geringer Höhe geflogen und habe nicht einmal geahnt, dass es für ihn in der etablierten Deeskalationszone eine Bedrohung geben kann, sagte Konstantin Siwkow von der Moskauer Akademie für geopolitische Probleme.

    „Die Radaranlagen der Su-25 können den Abschuss einer schultergestützten Flugabwehrrakete vom Typ Stinger oder Igla nicht lokalisieren, denn diese sind mit passivem Zielsuchkopf ausgestattet, der nichts ausstrahlt“, erklärte der Experte.

    Das Igla-System etwa habe eine Einsatzhöhe von maximal drei Kilometern. Die Angreifer könnten diese Waffen entweder auf dem Schwarzmarkt gekauft oder aus einem Waffenlager in Syrien und im Irak gestohlen haben können.

    >>16 Russen vs. 300 Terroristen: Details einer Geheimoperation in Aleppo >>

    Die Region sei zudem eine so genannte Deeskalationszone, die bereits im vergangenen Jahr zum Schutz der Zivilisten eingerichtet worden sei, so Siwkow weiter.

    „Der Pilot flog in geringer Höhe und hat nicht erwartet, dass dort jemand auf ihn schießen wird.“

    Dass die Angreifer den Piloten nicht gefangen genommen, sondern getötet haben, spricht laut dem Experten dafür, dass sich diese Menschen an keinerlei Kriegsführungsregeln halten und dass man sie ebenfalls nicht gefangen nehmen sollte.“

    Die Su-25 war am Samstagnachmittag kurz vor dem Einflug in die Deeskalationszone Idlib abgeschossen worden. Nach Erkenntnissen des russischen Verteidigungsministeriums war eine Rakete von einem von der Terrormiliz al-Nusra-Front kontrollierten Gebiet aus abgefeuert worden. Der Pilot rettete sich zwar mit dem Schleudersitz, wurde jedoch auf dem Boden bei einem Schusswechsel mit Angreifern getötet.

    Kurz danach bekannte sich die al-Nusra-Front zu der Tat. Am selben Tag griff das russische Militär die Gegend massiv mit Präzisionswaffen an und tötete nach eigenen Angaben mindestens 30 Terrorkämpfer. Das Pentagon beteurt, keine Boden-Luft-Waffen an Rebellen in Syrien zu liefern.

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